bedeckt München 11°
vgwortpixel

Krise des Hamburger SV:Gedankenspiele um Magath

Felix Magath

Seltsam präsent in Hamburg: Felix Magath (Archivbild).

(Foto: dpa)

Kehrt Felix Magath zum Hamburger SV zurück? Der milliardenschwere Investor Klaus-Michael Kühne bekräftigt, dass er Magath als Vereinspräsident nach Hamburg lotsen will. Der frühere Meistertrainer soll ihm bereits ein Konzept vorgelegt haben - der Widerstand beim HSV dürfte jedoch heftig sein.

Hamburg gehört zu den wenigen deutschen Fußballstädten, in denen der Fußballtrainer Felix Magath noch einen nahezu untadeligen Ruf genießt. Als Spieler erlebte er hier seine erfolgreichste Zeit, wurde dreimal deutscher Meister, gewann zweimal den Europapokal. 1977 erzielte Magath in der Schlussminute des Pokalsieger-Endspiels das entscheidende 2:0 gegen den RSC Anderlecht - und wurde zur Klublegende.

Bahnt sich nun seine Rückkehr an? Könnte sein, jedenfalls wenn es nach dem milliardenschweren Unternehmer Klaus-Michael Kühne geht. Der reiche Gönner des HSV hat bekräftigt, dass er Magath als Klub-Boss zum kriselnden Bundesligisten lotsen will.

"Felix Magath hat bewiesen, dass er einen Verein wieder nach oben führen kann", sagte der 76-Jährige der Sport Bild: "Er ist ein Mensch, der durchgreift. Und beim HSV muss durchgegriffen werden." Laut Informationen des Magazins sollen sich der Investor und der 60-Jährige bereits zweimal getroffen haben, zuletzt zu konkreten Gesprächen auf Mallorca. Dabei soll Magath Kühne ein Konzept vorgelegt haben, wie er den HSV wieder in der Bundesliga-Spitze etablieren würde.

Kühne, der im vergangenen Sommer finanziell in erheblichen Maß an der Verpflichtung von Rafael van der Vaart beteiligt war, stellt dem klammen Klub bei einer Installation Magaths erneut finanzielle Unterstützung in Aussicht. "Wenn die nötigen Strukturen eingeleitet und die handelnden Personen ersetzt werden, bin ich und sind auch andere bereit, größere Investitionen zu tätigen", sagte der Unternehmer.

Dies, so steht fest, ginge wohl nur im Komplettaustausch mit der aktuellen sportlichen Führung. Zuletzt hatten seine abfälligen Äußerungen über HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer, Vorstandsboss Carl Jarchow und Trainer Thorsten Fink jedoch für Empörung beim Bundesliga-Dino gesorgt.

Der Widerstand gegen Magath dürfte im Verein heftig sein. "Man sollte ganz deutlich sagen, der HSV ist kein Verein, der sich von außen hineinregieren lässt", sagte Jarchow kürzlich im NDR, "sondern der Vorstand ist für den Trainer zuständig und der von den Mitgliedern gewählte Aufsichtsrat für den Vorstand. Und so wird es auch bleiben." Das war als deutliche Absage an Kühne zu verstehen.

Abfindung für Arnesen

Indes hat der HSV offenbar eine Altlast von der Gehaltsliste streichen können. Laut Hamburger Abendblatt steht der Klub kurz vor einer Einigung mit dem früheren Sportdirektor Frank Arnesen. "Der HSV hat mir ein Angebot zur Vertragsauflösung gemacht, über das der Aufsichtsrat am Abend noch endgültig abstimmen musste. Ich denke aber, dass am Ende alle Parteien zufrieden sein werden", sagte der Däne.

Informationen des Blattes zufolge soll der 56-Jährige, den der Klub nach der abgelaufenen Saison freigestellt hatte, 1,4 Millionen Euro für die endgültige Trennung von den Hanseaten erhalten und den Auflösungsvertrag im Laufe des Mittwochs unterschreiben. Ursprünglich hatten Arnesen bis Sommer 2014 noch 400.000 Euro mehr zugestanden.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc
Zur SZ-Startseite