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Krise beim HSV:Labbadia wird immer wieder angezählt

Zu sehen ist von Labbadias Super-Job allerdings auf dem Rasen wenig. Nur eine einzige Torchance sprang in Freiburg heraus, als Bobby Wood in der 37. Minute den Innenpfosten traf. Nur sechsmal hat die HSV-Offensive in vier Spielen überhaupt auf das Tor geschossen, zweimal war es ein Treffer. Auch Labbadia kann nicht erklären, wieso es mit der verstärkten Mannschaft nicht klappt. Und das, obwohl das Team angeblich hinter ihm steht und auch Kapitän Johann Djourou erklärte, er habe "Großes für den Verein geleistet". Wieso ist kein klares System erkennbar wie bei den Aufsteigern Leipzig und Freiburg oder bei Mainz und Hoffenheim?

Natürlich hat das mit dem Coach zu tun, aber womöglich ist es beim HSV fast unmöglich, sich als Trainer durchzusetzen. Auch Labbadia wurde kürzlich schon wieder angezählt vom Geldgeber Kühne, dessen Engagement bei den Entlassungen von Vorgänger Mirko Slomka sowie den Sportchefs Oliver Kreuzer und Peter Knäbel belegt ist. Wie weit kann Beiersdorfer noch frei entscheiden, wenn derjenige, der das Geld gibt - und von Reiner Calmund und dem Spielerberater Volker Struth beraten wird -, unzufrieden ist? Es wäre ja auch eine Möglichkeit gewesen, dass der Vorstandschef den Trainer stützt.

Doch Villas Boas dürfte jemand sein, auf den sich Beiersdorfer und das Triumvirat abseits des Vorstandes einigen könnten. Wobei noch ein anderes Gerücht in Hamburg die Runde macht. Demnach sei der HSV auch mit dem früheren Hoffenheimer Markus Gisdol schon sehr weit in den Gesprächen. Das wäre jemand, der dem Sportdirektor Bernhard Peters (ebenfalls früher in Hoffenheim tätig) besser als Labbadia ins Konzept passen würde.

Die Frage bleibt aber weiterhin: Wer bestimmt eigentlich beim HSV?

© SZ vom 22.09.2016/ebc
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