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Krise bei 1860 München:Finanziell mal wieder gerettet

Ismaiks frisches Geld für 1860 darf keine verdeckte Einlage sein - das Modell braucht sportlichen Erfolg. Nach der erfolgreichen Veräußerung der Fanartikel GmbH ist auch eine Personalie klar: Daniel Halfar muss nicht nach Russland verkauft werden.

Zum Abschluss eines langen Tages beim Notar saßen sie zusammen, Vereinspräsident Dieter Schneider, Investoren-Statthalter Hamada Iraki und Geschäftsführer Robert Schäfer, gemeinsam feierten sie ihren Vertragsabschluss und genossen "polynesische Exotik", nicht zu vergessen die "legendären Südsee-Cocktails ", was sie all den Werbeversprechen des asiatischen Restaurants gemäß in "entspannte Urlaubsatmosphäre" versetzte.

Hamada Iraki, Dieter Schneider

Haben sich geeinigt: Präsident Dieter Schneider (links im Bild) und Statthalter Hamada Iraki (Archivbild).

(Foto: dpa)

Am späten Mittwochabend hatten sie sich auf den Verkauf der Fanartikel GmbH des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München an Investor Hasan Ismaik geeinigt, nach "einer Menge Diskussionen" (Schneider); zusätzlich gewährte Ismaik der KGaA das Darlehen über 1,3 Millionen Euro - mit Rangrücktrittserklärung, also nur zurückzuzahlen, wenn Gewinn gemacht wird. Auf gleicher Basis stellte Iraki noch einmal zwei Millionen Euro für Spielertransfers in Aussicht. Nun stießen sie freudig an. Mit Wein und Champagner. Tatsächlich.

Die erneute finanzielle Rettung war dann doch erfolgt, die Auflagen der Deutschen Fußball-Liga sind erfüllt; wie knapp es zeitlich zuging, verdeutlicht laut Schäfer der Umstand, dass der Geschäftsführer am Mittwoch erst eine Absage an einen russischen Klub sendete, der angeblich bereit gewesen sei, "die sehr stattliche Ablöse von mehr als einer Million Euro für Daniel Halfar" zu zahlen. "Halfar war unser Plan B, für den Fall, dass man sich nicht über den Verkauf geeinigt hätte", sagt Schäfer, "zum Glück ist das jetzt nicht mehr nötig."

Die Konditionen entsprechen weitgehend dem, was schon am Wochenende feststand - weshalb es durchaus verwundert, dass die Parteien zwei Tage lang über Stunden verhandelten, ehe sie endlich einig wurden. Die ausgehandelten Vertragsmodalitäten sehen eine Überschreibung der Anteile der Fanartikel GmbH an Ismaik zu einem Kaufpreis von einer Million Euro über eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren vor.

Dann kann der Investor eine Option auf weitere zehn Jahre ziehen, wenn ein Wirtschaftsprüfer sein Einverständnis gibt: "Es kann nur unter bestimmten Bedingungen verlängert werden, und die dürfen wir überprüfen", sagt Schneider.

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