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FC Bayern:Nur Neuer verteidigt Kovac

Seine gute Laune verliert Kovac auch nicht, als er mit den Aussagen seines Präsidenten konfrontiert wird. Hoeneß war am Samstag mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach dem Abpfiff in die Kabine geeilt, er blieb dort eine knappe halbe Stunde lang. Mit ihm habe Hoeneß nicht gesprochen, sagt der Trainer am Montag.

Und das, was Hoeneß den versammelten Journalisten mitzuteilen hatte? "Ja gut", sagt Kovac, "letzten Endes ist es ja die Wahrheit."

Die Wahrheit ist demnach, dass seine Elf uninspiriert und ohne Selbstvertrauen spielt, dass fast jeder Gegenangriff zu einem Gegentor führt. Müsste sich ein Trainer nicht gegen solche Vorwürfe wehren? Müsste er nicht diese Gelegenheit nutzen, um im Verein der Alphatiere doch noch ein Profil zu entwickeln? Kovac sagt: "Er hat alles gesagt, und dem schließe ich mich an."

Angekündigt hatte Hoeneß auch, dass er "selbstverständlich" die Meinung der Spieler anhören werde. Zuletzt war durchgesickert, dass die Mannschaft den Trainer kritisch sieht; zudem waren einige Spieler auffällig auf Distanz zu Kovac gegangen. Angesprochen auf dessen Zukunft hatte Leon Goretzka am Samstag gesagt: "Dazu sage ich nichts." Nur Manuel Neuer hatte Kovac verteidigt: "Wenn wir das umgesetzt hätten, was der Trainer gesagt hat, hätten wir 5:0 gewonnen." Dieses Zitat greift Kovac nun dankbar auf. Und dass sich Spieler gegen ihn ausgesprochen haben sollen? "Können Sie das belegen?", fragt Kovac - und berichtet von Recherchen in eigener Sache: "Ich habe Gespräche mit meinen Spielern geführt, und die haben das wiedergegeben, was ich jetzt sage: Das Verhältnis ist außerordentlich gut."

Ein Unentschieden würde den Bayern gegen Lissabon schon reichen, um in die K.o.-Phase der Champions League einzuziehen. Dass ein Punkt auch für Niko Kovac reichen würde, darf bezweifelt werden.

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