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Korruptionsvorwürfe:Prozess gegen Ex-Leichtathletik-Chef Diack auf Juni verschoben

Der Auftritt von Ex-Leichtathletik-Chef Lamine Diack vor Gericht geriet zunächst kurz.

(Foto: AFP)

Das Pariser Gericht will erst Verfahrensfragen klären, bevor weiter verhandelt wird. Beide deutschen Volleyball-Nationalteams verpassen Olympia.

Leichtathletik, Gerichtsprozess: Der Prozess gegen den früheren Leichtathletik-Weltverbandspräsidenten Lamine Diack vor der 32. Strafkammer des Pariser Gerichts ist nach der Eröffnung bis mindestens Juni vertagt worden. Grund seien Verfahrensfragen, begründete die Vorsitzende Richterin Rose-Marie Hunault am Montag die Entscheidung. Das Land Senegal habe erst unlängst Auskünfte übermittelt, um die Ermittlungsrichter bereits 2016 gebeten hätten.

Der 86-jährige Senegalese muss sich wegen mutmaßlichen Betrugs, Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche verantworten. Er wird unter anderem beschuldigt, Dopingproben gegen Geldzahlungen vertuscht zu haben. Der einstige Spitzenfunktionär war im November 2015 verhaftet worden und stand seitdem unter Hausarrest. Diack, der auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees war, erschien selbst zur Prozesseröffnung.

Volleyball, Olympia: Nach den Männern haben auch die deutschen Volleyballerinnen die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio verpasst. Die im letzten Ausscheidungsturnier lange so beeindruckende junge Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski war im Finale gegen die Türkei chancenlos. In dem einseitigen Endspiel von Apeldoorn verloren die Deutschen vor 5321 Zuschauern deutlich mit 0:3 (17:25, 19:25, 22:25).

In ihrem Eröffnungsspiel hatten die Deutschen die Türkei um den ehemaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti noch mit 3:1 bezwungen. Ausgerechnet im Finale kassierte Koslowskis Team dann die erste Niederlage im Turnierverlauf. Damit fehlen wie schon vor vier Jahren in Rio de Janeiro beide Volleyball-Nationalmannschaften bei Olympia. Deutsche Frauen nahmen letztmals 2004 an dem Mega-Event teil. Mit 17 Punkten war Louisa Lippmann wieder einmal beste deutsche Angreiferin. Die Deutschen fanden von Beginn an kein Gegenmittel gegen den Vize-Europameister. Die Türkei war im Block eine Macht und setzte Lippmann & Co. auch beim Aufschlag unter Dauerdruck. Bis auf 21:13 konnte sich Guidettis Mannschaft zwischenzeitlich sogar absetzen.

Der zweite Durchgang verlief zunächst noch ausgeglichen. Mit zwei Assen konnte sich die Türkei beim 9:6 aber erstmals eine leichte Führung erarbeiten. Deutschland hatte in der Annahme gehörige Probleme und wurde vom Angriff des Kontrahenten immer wieder überwunden. Bis auf 19:20 kämpften sich die Schmettertalente aber noch einmal heran - ein eigener Fehler kostete dann den möglichen Ausgleich. Deutschland musste auch den zweiten Abschnitt abgeben.

Lippmann und ihre Teamkolleginnen versuchten, sich gegen das sich abzeichnende Olympia-Aus zu wehren. Die Wucht der Türkinnen war aber nicht zuletzt im Angriff zu groß. Beim 22:22 glichen die Deutschen sogar noch einmal aus, aber auch die besseren Nerven hatte die Türkei.

Fußball: Real Madrid um Nationalspieler Toni Kroos hat zum elften Mal den spanischen Supercup gewonnen. Die Königlichen setzten sich am Sonntagabend mit 4:1 im Elfmeterschießen gegen Lokalrivale Atlético Madrid durch. Nach 120 Minuten hatte es in Dschidda in Saudi-Arabien 0:0 gestanden. Im Elfmeterschießen traf Saul für Atlético nur den Pfosten, Thomas scheiterte mit seinem Versuch an Real-Torwart Thibaut Courtois. Den letzten Treffer für Spaniens Fußball-Rekordmeister markierte Kapitän Sergio Ramos.

In der Verlängerung hatte Federico Valverde (115. Minute) nach einer klaren Notbremse gegen Atlético-Stürmer Alvaro Morata die Rote Karte gesehen. Kroos war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt worden. Er machte in der 103. Minute für Vinicius Platz.

Der spanische Supercup-Sieger wurde in diesem Jahr erstmals im Final-Four-Modus ausgespielt. Bisher wurde der Titelträger wie in anderen Ländern zwischen dem Meister und dem Pokalsieger ermittelt. Real hatte wie Atlético keinen dieser Wettbewerbe gewonnen. Die Verlegung des Wettbewerbs nach Saudi-Arabien wurde von mehreren Seiten kritisch bewertet.

Madrid war am Mittwochabend durch ein 3:1 gegen den Pokalsieer FC Valencia ins Finale eingezogen. Kroos erzielte die Führung zum 1:0 mit einem direkt verwandelten Eckball. Atlético war dem Stadtrivalen am Donnerstag durch ein 3:2 gegen Meister FC Barcelona ins Endspiel gefolgt.

© SZ.de/dpa/sid/chge/tbr
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