Korruption in der Fifa:Wollte Warner auch Geld von Ägypten?

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Das größte Privatdarlehen, das er sich aus der Zehn-Millionen-Spende herausbrach, betrug 410 000 Dollar, bei 87 000 Dollar lag die größte Abbuchung per Kreditkarte. Trinidads Sportminister Brent Sancho gab sich im BBC-Interview "am Boden zerstört, weil dieses Geld in den Fußball gehörte, in die Entwicklung der Kinder, die diesen Sport betreiben". Das Ganze sei "ein Hohn", Warner habe viele Fragen zu beantworten. Derweil wies der Mann, der viele Jahre lang Blatter seine Concacaf-Stimmpakete zuführte und seit den Neunzigerjahren von der Fifa auch die WM-Fernsehrechte für den karibischen Raum zugeschustert bekam, alle Vorwürfe von sich.

Am Wochenende gesellte sich der nächste dazu: Vor der WM-Vergabe 2010 soll Warner von Ägypten Geld verlangt haben. "Ich konnte nicht glauben, dass die Fifa so korrupt ist", zitiert der britische Guardian den damaligen Sportminister Aley Eddine Helal, "Warner verlangte sieben Millionen Dollar vor der Wahl." Hela, der das WM-Organisationskomitee leitete, sagt weiter, Warner habe seine Forderung damals dem ägyptischen Verbandschef El-Dahshori Harb bei einem Treffen in den Arabischen Emiraten unterbreitet. Kairo habe aber nicht gezahlt. Ägypten erhielt beim Votum des Fifa-Vorstands 2004 keine Stimme.

Es geht noch absurder: Nun ist sogar umstritten, ob diese WM wirklich aufgrund einer Stimm-Mehrheit nach Südafrika ging. Reporter der Londoner Sunday Times waren wieder mal mit versteckter Kamera unterwegs, diesmal ging ihnen Ex-Fifa-Vorstand Ismail Bhamjee auf den Leim. Dabei war der Fußballfachmann aus Botswana schon einmal, bei der WM in Deutschland, in die Videofalle getappt, damals wollte er Eintrittskarten verkaufen. Die Fifa hatte ihn suspendiert und heimgeschickt.

Jetzt sagte Bhamjee, dass bei der WM-Vergabe an Südafrika, das Blatters Favorit war, eigentlich Marokko die Stimm-Mehrheit im Wahlgremium erzielt habe. Gespräche im Funktionärszirkel nach der Abstimmung in Zürich hätten das ergeben. Auch plauderte Bhamjee über Bestechungs- details der marokkanischen WM-Bewerber sowie angebliche Verwicklungen Warners in die Bewerbe Marokkos und Südafrikas. 300 000 Dollar pro Funktionär habe Marokko afrikanischen Delegierten geboten, heißt es im Video. Für Warner sei das kein Thema gewesen, dank höherer Offerten habe er bald Richtung Kap abgedreht.

Unruhe schaffen bei der Fifa dürften nun erste Darlegungen von US-Juristen, nach denen die Justizbehörden auch gegen den Dachverband aktiv werden könnten, sofern ihm eine Kultur der Bestechlichkeit in der Organisation nachzuweisen sei. Als Modellfall gelten hierfür die drohenden Prozesse gegen internationale Banken; im Ernstfall müsse sich die Fifa durch Zahlung einer hohen Geldbuße freikaufen, berichtet die Schweiz am Sonntag. Das könnte die Fifa-Reserven von rund 1,4 Milliarden Euro eindampfen.

Nach US-Recht reicht schon die Mitwisserschaft bei korrupten Machenschaften, um in die Mühlen der Justiz zu geraten. Das hat Richter Raymond Dearie bereits im Herbst 2013 dem Kronzeugen Blazer dargelegt.

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