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FC Bayern:Alle Jahre wieder schachert Lewandowski

FC Bayern Muenchen v Hannover 96 - Bundesliga

Robert Lewandowski und der FC Bayern: Zwei Parteien loten eine Schmerzgrenze aus, an der entlang sie fortan gemeinsam arbeiten wollen.

(Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Der FC Bayern und Robert Lewandowski loten gerade eine Schmerzgrenze aus, an der entlang sie fortan arbeiten wollen. Vorteil für den Verein: Der Stürmer hat bei seinen Vertragsverhandlungen eines versäumt.

Man sollte jetzt endlich die Talente der deutschen Sprache nutzen, sonst kommt der gewöhnliche Arbeitnehmer völlig durcheinander. Der hat einen Vertrag, an den er sich meist gebunden fühlt - und ein Fußball-Profi hat auch seinen Vertrag, nur einen völlig anderen, an den er sich meist nicht gebunden fühlt. Der gewöhnliche Arbeitnehmer schließt einen Vertrag, um ihn einzuhalten, für einen Profi wie den Weltklasse-Stürmer Robert Lewandowski wird in Dortmund, München oder anderswo ein Vertrag geschlossen, um ihn nach vielen Toren unter viel Kanonendonner möglichst kreativ zu brechen.

Wird der normale Vertrag gebrochen, geht es an die Existenz. Wird ein Profi-Vertrag nicht eingehalten, geht es ins Autohaus und zum Juwelier. Vertrag ist also nicht Vertrag, und darauf hätte die deutsche Sprache längst relativ einfach reagieren können. Hiermit sei also verfügt, dass es aus Gründen der Differenzierung künftig für alle Fußballer oberhalb des Mindestlohns nicht mehr "hat noch Vertrach", sondern wie folgt heißen muss: Hat noch "Lose Verabredung zur Mehrung des Vermögens von Profis und Managern unter Umgehung der am Arbeitsmarkt geltenden Regelungen".

Kurz: LVzMdVvPuMuUdaAgR.

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Zwei betuchte Parteien loten knallhart eine Schmerzgrenze aus

Dann weiß jeder sofort, dass es hier nicht um einen gewöhnlichen Arbeitnehmer-Vertrag, sondern um die große kapital-getränkte Raubtiernummer geht. Das Kürzel lässt sich praktischerweise gleich neben der IBAN von der Hausbank notieren - die braucht man in diesem Verfahren natürlich auch.

Ist eine solche Differenzierung erst allgemein akzeptiert, lässt sich die alle Jahre wieder aufbrandende Debatte um eine neue, verbesserte LVzMdVvPuMuUdaAgR für den Stürmer Lewandowski schon viel leichter moderieren.

Man sollte sich in diesem Fall auch nicht sofort auf eine Seite schlagen, da loten halt zwei betuchte Parteien knallhart eine Schmerzgrenze aus, an der entlang sie fortan gemeinsam arbeiten wollen. Ein Angebot von Real Madrid, ein Interesse von Paris St. Germain, das die Lewandowski-Partei übermittelt, ist da nur Teil des Pokers. Zwar hat der FC Bayern die besseren Karten, geschlossen ist ja eine LVzMdVvPuMuUdaAgR ohne Ausstiegsklausel bis 2019, aber der Klub will ja auch etwas: Er will vorzeitig verlängern. Er will den Torjäger in sein 2021er-Paket einbinden, in das zuvor schon Neuer, Müller, Boateng, Alaba und Martinez eingewickelt wurden. Lewandowski soll in dieser Zukunftsachse die goldene Spitze bleiben, um den Attacken aus Madrid und Manchester zu trotzen.

Das Problem bei Lewandowski und seinem Management ist dann allerdings, dass die Geschichte nicht neu ist. Dass er bereits im Sommer 2013 ein zehrendes Mediengedöns inszenieren ließ, um einen Transfer zum FC Bayern zu erzwingen. Nach Zahlung einiger Bleibe- und Schweige-Milliönchen blieb der Stürmer jedoch in Dortmund und seine Leistung immerhin tadellos. Ein Jahr später zog er ablösefrei nach München um, wo aber offenbar eines versäumt wurde: Die Lose Verabredung (LV) mit den Bayern von vornherein so flexibel zu gestalten, dass sich die image-gefährdende Schacherei nicht wiederholt.

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