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Köln - Union Berlin:Kruse verschießt - und trifft doch

Sport-Club Freiburg v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Warum nur einmal, wenn man auch dreimal treffen kann? Der Mainzer Matchwinner Jean-Philippe Mateta umkurvt Freiburgs Keeper.

(Foto: Matthias Hangst/Getty)

Der ehemalige Nationalstürmer erzielt den kuriosen Siegtreffer beim 2:1 von Union Berlin beim 1. FC Köln. Der FC bricht in dem Spiel gleich drei Negativrekorde - die Folgen zeigen sich am Tabellenstand.

Lustig war nur das Karnevalstrikot: Der 1. FC Köln hat am Sonntagabend gleich drei Negativ-Rekorde seiner langen Bundesliga-Historie eingestellt - und ist folgerichtig von Max Kruse auf einen Abstiegsplatz geschossen worden. Die Kölner verloren am 8. Spieltag mit 1:2 (1:1) gegen das stark ersatzgeschwächte Überraschungsteam des 1. FC Union Berlin und sind nun Vorletzter. Da halfen auch die lautstarken Fangesänge nichts, die eine Handvoll Fans hinter der Südkurve durch eine große, schwarze Lautsprecherbox ins Stadion-Innere spülten. Mit nun 18 Spielen in Folge ohne Sieg stellte der FC die negative Vereins-Bestmarke ein. Seit 19 Spielen warten die Kölner zudem auf eine Partie ohne Gegentor - eine derart lange Strecke gab es zuletzt 1974. Zehn Heimspiele in Folge ohne Sieg, das gab es bisher nur in der Saison 2005/06. Und nächste Woche muss der FC zu Borussia Dortmund.

Dagegen setzten die Eisernen aus Berlin ihren Höhenflug unbeeindruckt von den großen Verletzungssorgen fort und festigten Rang fünf. Kurios war dabei der Siegtreffer. Der bis dahin wirkungslose ehemalige Nationalstürmer Kruse verschoss im 17. Versuch erstmals in der Bundesliga einen Elfmeter - und verpasste so den alleinigen Bundesliga-Rekord von in Serie verwandelten Strafstöße. Den Nachschuss versenkte er aber zum Siegtreffer (72.).

Der vom englischen Meister FC Liverpool und Teammanager Jürgen Klopp ausgeliehene Taiwo Awoniyi hatte Union mit seinem ersten Bundesliga-Tor in Führung gebracht (27.). Ellyes Skhiri glich zwischenzeitlich aus (36.). Auf den Tabellenführer FC Bayern München hat Union nur vier Punkte Rückstand.

Der Druck auf die Kölner hatte schon vor dem Anpfiff zugenommen, denn durch den Mainzer 3:1-Sieg in Freiburg war der FC auf Rang 17 abgerutscht. Und er wäre auch fast früh in Rückstand geraten, als Marcus Ingvartsen nach einer missglückten Abseitsfalle frei vor Timo Horn auftauchte, den Ball aber über das Tor lupfte. Union musste ohne etablierte Spieler wie Christian Gentner, Joel Pohjanpalo, Keita Endo, Nico Schlotterbeck oder Marius Bülter auskommen; nach knapp einer halben Stunde musste dann auch noch Sebastian Griesbeck verletzt raus. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste bereits durch den Treffer von Awoniyi, der ein Missverständnis zwischen Marius Wolf und Rafael Czichos ausnutzte. Ein Flugkopfball von Skhiri nach Freistoß von Ondrej Duda brachte den FC noch vor der Pause zurück ins Spiel. Auch nach dem Wechsel blieb es ein Spiel auf überschaubarem Niveau. Bezeichnend dafür: Sowohl der angeschlagen ins Spiel gegangene Ex-Unioner Sebastian Andersson im Sturmzentrum der Kölner, als auch Berlins zuletzt starker Offensiv-Stratege Kruse, an dem auch der FC vor der Saison loses Interesse hatte, waren quasi nicht zu sehen.

Kruse wurde dann aber doch noch zum Matchwinner.

© SZ vom 23.11.2020 / dpa
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