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Umstrittene Klub-WM:Die Europäer wollen die Klub-WM boykottieren

Die Misstrauensbekundung liegt auf Linie mit der Uefa. In deren Kreisen hieß es, sie werde am Freitag in Miami gegen die Klub-WM votieren. Zwar dürfte der Fifa-Rat die Europäer überstimmen. Doch am Ende, so ein Topfunktionär zur SZ, würden die Klubs eben nicht spielen - "und dann existiert keine Klub-WM!" Begründet werden solle das Vorgehen damit, dass der Beschluss von Miami ja "gegen die erklärten Interessen des europäischen Fußballs" sei - was die Uefa in Miami auch schon durch ihr ablehnendes Votum bekundet habe.

Klar ist: Ohne Europas Klubs bliebe Infantinos WM-Projekt sinn- und wertlos. Die Ablehnung seitens Uefa und ECA, insbesondere der Verdacht auf dubiose Hinterzimmer-Deals, treibt auch andere Stakeholder um. Das vom deutschen Liga-Chef Christian Seifert geführte Weltliga-Forum (WLF) geht aber diplomatisch vor: Man bevorzuge "für jede Änderung" der Turnierformate die Zeit nach Ablauf des Spielkalenders 2024. Zudem, heißt es in Seiferts Brief an den "lieben Gianni", habe das WLF schon im zuständigen Fifa-Gremium "festgehalten, dass die Fifa einen offenen und transparenten Vermarktungsprozess" für das Format arrangiere solle. Allerdings sorgte der Schlingerkurs einiger Ligen in Miami für Unmut in Uefa-Kreisen. Zu einem erklärten Klub-WM-Befürworter hat die Fifa sogar die Spielergewerkschaft Fifpro erklärt - die sei dafür, "sofern Gesundheit der Spieler und die Solidaritätsmechanismen berücksichtigt" würden.

Nun reagierte die Fifpro mit einer Erklärung, die sich gegen die Vereinnahmung wendet. Jüngere Reformprozesse hätten zu einem überfüllten Spielkalender geführt, der "Auswirkungen auf Gesundheit und Leistung der Spieler hat", teilt sie mit, weitere Änderungen seien erst nach einer umfassenden Überprüfung zu beschließen. Und dazu das: "Standards für die Erholung der Spieler sollen vorgeschrieben werden." Pausen seien obligatorisch, die Zahl der Spiele und Reisen zu begrenzen. Das betrifft nicht nur die eng in den Kalender gepresste Klub-WM, sondern auch die Aufstockung der WM von 32 auf 48 Teams, die Infantino für Katar 2022 betreibt. Auch das will er in Miami forcieren. Nun fordert die Fifpro eine "Mindestruhezeit zwischen den Spielen von 72 Stunden".

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