Leichtathletik:Konstanze Klosterhalfen wird Europameisterin

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Leichtathletik: Konstanze Klosterhalfen feiert ihren Sieg.

Konstanze Klosterhalfen feiert ihren Sieg.

(Foto: WOLFGANG RATTAY/REUTERS)

Nach ihrem vierten Platz über die 10 000 Meter gewinnt die deutsche Läuferin die 5000 Meter bei den European Championships in München. Malaika Mihambo und Tobias Potye springen zu Silber im Weit- und Hochsprung.

Die deutsche Rekordlerin Konstanze Klosterhalfen hat völlig überraschend den Titel über 5000 Meter bei der Leichtathletik-EM in München gewonnen. In 14:34,20 Minuten endete der Lauf der 25 Jahre alte Weltmeisterschaftsdritten von 2019 am Donnerstag. "Das ist der schönste Moment in meinem Leben", sagte Klosterhalfen. Über 10 000 Meter hatte die Leverkusenerin drei Tage zuvor als Vierte Edelmetall verpasst.

Es war der erste Doppelstart ihrer Karriere bei einem großen Titelkampf. Auf den zwölften Platz kam Sara Benfares aus Rehlingen. Die Berlinerin Alina Reh musste aufgeben. Die türkische 10 000-Meter-Europameisterin Yasemin Can wurde Zweite in 14:56,91 Minuten vor der Britin Eilish McColgan (14:59,34).

Klosterhalfen hatte bei der WM in Eugene in ihrer Wahlheimat geschwächt durch die Folgen einer Corona-Infektion das Finale über 5000 Meter verpasst. Die Ausnahmeläuferin hatte sich schon diesen Auftritt "anders vorgestellt". Schließlich zeigte sie nach der WM beim Diamond-League-Meeting in Chorzow/Polen wieder eine gute Laufleistung und war Siebte über 3000 Meter geworden. "Rein vom Gefühl war das ein deutlicher Unterschied zu Eugene, denn ich habe gespürt, dass ich wieder konkurrenzfähig bin", meinte sie und freute sich, "wieder zu seinem eigenen Renngefühl" zurückgekommen zu sein.

Klosterhalfen trainiert seit drei Jahren im amerikanischen Portland im Bundesstaat Oregon und ist deutsche Rekordhalterin über eine Meile, 3000, 5000 und 10 000 Meter.

Mihambo gewinnt Silber

Titelverteidigerin Malaika Mihambo hat in einem packenden Finale von München ihr nächstes großes Gold um drei Zentimeter verpasst. Nach 7,03 Metern musste sich die Olympiasiegerin und Weltmeisterin bei der Heim-EM nach ihrer Corona-Infektion überraschend Ivana Vuleta geschlagen geben - die Serbin legte gleich im ersten Versuch 7,06 Meter hin. Bronze sicherte sich Jazmin Sawyers aus Großbritannien (6,80). Erstmals seit Beginn der Leichtathletik hatte es im Olympiastadion heftig geschüttet, der Regen ließ dann zwar nach, aber es blies ein unangenehmer, auch wechselnder Wind.

Potye holt überraschend Silber

Der Münchner Hochspringer Tobias Potye hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München überraschend die Silbermedaille gewonnen. Der 27-Jährige musste sich am Donnerstag im heimischen Olympiastadion nach überquerten 2,27 Metern nur dem italienischem Olympiasieger Gianmarco Tamberi geschlagen geben. Für ihn standen 2,30 Meter zu Buche. Dritter wurde der ukrainische WM-Dritte Andrij Protsenko mit ebenfalls 2,27 Metern. Titelverteidiger Mateusz Przybylko landete auf dem dem sechsten Rang. Bei der Höhe von 2,23 Meter war am Donnerstag für den 30 Jahre alten Leverkusen das Ende im Finale. Der Dresdner Jonas Wagner scheiterte an der Anfangshöhe von 2,18 Meter.

Hartmann im Finale über 200 Meter

Joshua Hartmann hat sich bei den European Championships als erster Deutscher seit 1986 für einen EM-Endlauf über 200 Meter qualifiziert. In seinem Halbfinale belegte der Kölner Rang zwei und erzielte zudem mit 20,33 Sekunden eine persönliche Bestzeit. Nur drei Läufer waren schneller. "Ich muss sehen, dass ich schnell ins Bett komme", sagte Hartmann in der ARD erschöpft, es sei "nicht ganz einfach zu laufen" gewesen auf regennasser Bahn im Olympiastadion, aber im Finale sei "alles drin."

Bei den Frauen erreichte Alexandra Burghardt (Burghausen) als eine von zwei Zeitschnellsten mit 23,05 das Finale am Freitag (22.22 Uhr). Hartmann kam als Zweiter hinter Zharnel Hughes (Großbritannien) ins Ziel, der EM-Zweite über 100 m lief mit 20,19 die beste Zeit der drei Halbfinals. Owan Ansah (Hamburg) verpasste als Vierter seines Laufs (20,48) den Einzug ins Finale. Robin Erewa (Wattenscheid/21,12) war bereits im Vorlauf ausgeschieden. Zuletzt hatten vor 36 Jahren deutsche Sprinter in einem EM-Finale über die halbe Stadionrunde gestanden. Jürgen Evers gewann damals in Stuttgart Silber für die Bundesrepublik, Thomas Schröder, Olaf Prenzler und Frank Emmelmann waren für die DDR dabei.

Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) schied bei den Frauen dagegen ebenso aus, wie die als Medaillenanwärterin gehandelte Corinna Schwab (Chemnitz), die als Fünfte ihres Halbfinales mit schwachen 23,44 enttäuschte. "Ich weiß nicht, woran es liegt, es hat eigentlich alles gestimmt im Training", sagte sie.

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