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FC Bayern:Klose ist auf dem Bremsweg nach oben

Bayern München - Miroslav Klose

Miroslav Klose, trainiert seit Sommer 2018 die U 17 der Münchner.

(Foto: Matthias Balk/dpa)
  • Im Sommer läuft Miroslav Kloses Vertrag bei der U 17 des FC Bayern aus, und ob er nun bereit für den nächsten Schritt ist und wie dieser aussehen könnte, das beobachten sie seit dem Wochenende gerade beim FC Bayern interessiert.
  • Der 41 Jahre alte gelernte Zimmermann und frühere Weltmeister hat sich fast zwei Jahre lang gut selbst gebremst, jetzt könnte er Assistent von Hansi Flick werden.

Der Fußballspieler Miroslav Klose hat nie für eine Junioren-Nationalmannschaft gespielt, er debütierte kurz vor seinem 22. Geburtstag in der Bundesliga. Dennoch ist er Weltmeister geworden, Meister, Torschützenkönig in der Liga und bei der WM. Der Weg des Fußballspielers Klose galt als ungewöhnlich, nur für Klose nicht, es war ja sein Weg, einen anderen kannte er nicht. Da das alles so gut funktioniert hat, orientiert sich an diesem Weg nun auch der Fußballtrainer Klose. 2018, kurz vor bevor er seine erste Station als Chef der U 17 des FC Bayern antrat, sagte er: "Ich werde versuchen, mich etwas zu bremsen - dass ich nicht denke, das geht alles von heute auf morgen." Diesem Vorhaben ist er selbstredend treu geblieben.

Der 41 Jahre alte gelernte Zimmermann hat sich fast zwei Jahre lang gut gebremst, er hat bei der U 17 erfolgreich gearbeitet. In seiner ersten Saison führte er die Elf ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft; in der aktuellen, unterbrochenen Spielzeit ist sie Dritter in der Bundesliga Süd/Südwest. Klose hatte geahnt, dass es in seiner zweiten Saison zäh werden könnte, er hat sein Team dennoch nicht im Stich gelassen - obwohl Sportdirektor Hasan Salihamidzic ihn im Sommer gerne zur U 19 befördert hätte. "Für mich wäre der Schritt zu früh gekommen", sagte Klose damals.

Im Sommer erst mal den Lehrgang zum Fußballlehrer beginnen

Im Sommer läuft Kloses Vertrag bei der U 17 aus, und ob er nun bereit für den nächsten Schritt ist und wie dieser aussehen könnte, das beobachten sie seit dem Wochenende gerade beim FC Bayern interessiert. Von Kloses Plänen hängt auch ab, wie das Trainerteam des nun Langfrist-Coaches der Profis, Hansi Flick, aussehen könnte. Zu diesem Team gehören zurzeit Torwarttrainer Toni Tapalovic und Danny Röhl, den Flick vom Analysten zum Co-Trainer befördert hat - sowie der ewige, möglicherweise unsterbliche Hermann Gerland, der eigentlich das Nachwuchsleistungszentrum des Klubs leiten sollte.

Dem Vernehmen nach soll Klose im Gespräch sein für den Job als Assistent, wahrscheinlich als Ersatz für Gerland - es wäre ein Schritt, der passen würde zu dem von Klose bevorzugten Bremsweg nach oben. Er könnte testen, wie seine sanfte Autorität im Umgang mit Profis funktioniert, er könnte von Flick lernen, der auch ein einfühlsamer Trainer und zugleich ein Taktikkenner ist.

Sicher ist bereits, dass Klose im Sommer den Lehrgang zum Fußballlehrer in Hennef beginnen wird, er sagte dazu: "Wer mich kennt, weiß, dass ich in meinem Leben immer die bestmögliche Ausbildung erreichen möchte." Natürlich sprach er auch vom "nächsten wichtigen Schritt". Entscheidend wird also sein, ob Flick sich Klose so sehr wünscht, dass er ihm auch mehrere Fehltage pro Woche zugesteht. Noch äußern sich die Verantwortlichen nicht zu diesem Gedankenspiel.

Für Klose spricht, dass er im Nationalteam stets vertrauensvoll mit Flick zusammengearbeitet hatte. Vor dem Titelgewinn bei der WM 2014 hatte der damalige Assistent sog. Standard-Challenges ausgerufen, bei denen sich die Spieler Tricks überlegen sollten. Die eifrigsten Mitdenker waren Thomas Müller, der zuletzt so lebendig gespielt hat wie seit Jahren nicht - und Miroslav Klose.

© SZ vom 07.04.2020/sonn
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