Doku über Joshua Kimmich:„Das ist brutal“

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Joshua Kimmich. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

In einer gerade veröffentlichten ZDF-Dokumentation gibt Joshua Kimmich Einblicke in seine Gefühlswelt während der Impfdebatte – und sagt, dass er sich damals vom FC Bayern „alleine gelassen“ fühlte.

Fußballnationalspieler Joshua Kimmich hat tiefe Einblicke hinsichtlich seiner schweren Zeit während der Impfdebatte um seine Person gewährt. „Am Ende sind wir dahin gekommen, dass es heißt: Es ist die Pandemie der Ungeimpften. Und derjenige, der für die Ungeimpften steht, ist Joshua Kimmich. Also ist auch er für die Pandemie verantwortlich“, sagte der Bayern-Profi im Dezember 2021 in der ZDF-Langzeit-Dokumentation „Joshua Kimmich: Anführer und Antreiber“.

Das sei eine schwierige Zeit gewesen. „Wenn du selbst Freunde hast, die einem sagen: Wenn man sich hätte impfen lassen, wären weniger ...“, sagt Kimmich mit stockender Stimme und führt fort: „Also ein Kumpel sagt mir, dass weniger Menschen gestorben wären, wenn ich mich hätte impfen lassen. Das ist brutal.“

Kimmich hatte während der Corona-Pandemie eine Impfung verweigert. Zeitweise musste er als ungeimpfte Kontaktperson in Quarantäne und bekam währenddessen sein Gehalt von den Bayern gestrichen, schließlich kündigte er an, sich doch impfen zu lassen. Dabei habe er sich auch vom Klub „alleine gelassen gefühlt“, wie Kimmich erzählt: „Da war die erste Talfahrt, da habe ich gemerkt, wie der Verein reagiert hat, und bin dementsprechend enttäuscht und auch getroffen.“

Die Zitate stammen aus dem März 2022. Zuletzt hatte Kimmich in einem SZ-Interview auf die Frage, ob wegen der fehlenden öffentlichen Unterstützung durch den FC Bayern etwas hängengeblieben sei, gesagt: „Zum Teil sind jetzt auch neue Leute in der Verantwortung, und etwaige Missverständnisse kann man ja auch immer im persönlichen Gespräch aus der Welt schaffen.“ Damals waren Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn im Vorstand des FC Bayern, mittlerweile haben beide den Klub verlassen.

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