Fußball:Bayern-Führung respektiert Kimmichs Entscheidung

FC Bayern München: Vorstand Oliver Kahn

Oliver Kahn bei der Premiere der Bayern-Doku, die für Amazon gedreht wurde.

(Foto: Felix Hörhager/dpa)

Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer betonen allerdings, dass der FC Bayern die Impfung empfiehlt. Ehrenpräsident Uli Hoeneß spricht im Bezug auf die Berichterstattung von einem "Tsunami".

Die Vereinsführung des FC Bayern München will keinen öffentlichen Druck auf ungeimpfte Fußball-Profis wie Nationalspieler Joshua Kimmich ausüben. Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer betonten am Montagabend in München aber zugleich die klare Corona-Position des deutschen Rekordmeisters. "Zunächt einmal ist es wichtig, dass wir eine klare Haltung haben, dass wir es allen nur empfehlen können, sich zu impfen. Das haben wir unterstrichen durch mehrere Aktionen", sagte Kahn vor der Premiere einer Doku-Serie für den Streamingdienst Amazon. "Letztendlich muss man das respektieren, wenn der eine oder andere eben eine andere Meinung hat", ergänzte Kahn konkret zu Kimmich. "Es ist ganz wichtig - und es ist unsere Pflicht als Verein -, ständig Aufklärungsleistung zu zeigen."

Vereinspräsident Hainer betonte ebenfalls einmal mehr die Bedeutung einer hohen Impfquote zur Bewältigung der Corona-Pandemie. "Der FC Bayern unterstützt die Impfaktion nachhaltig. Am Ende des Tages gibt es keinen Impfzwang bei uns. Es ist die Entscheidung eines jeden einzelnen, und das muss man akzeptieren", sagte Hainer. "Joshua Kimmich hat ja gesagt, vielleicht lässt er sich ja auch noch impfen. Mich würde das freuen."

Bayern-Ehrenpräsdent Uli Hoeneß sieht die Medien als Triebfeder der heftigen Impf-Debatte um Kimmich. "Sie sind doch verantwortlich für den Tsunami", sagte der 69-Jährige zu Reportern. Dass sich Kimmich wie wohl auch einige weitere Münchner Profis noch nicht impfen ließ, mochte Hoeneß nicht kommentieren. "Der einzige, mit dem ich in diesem Zusammenhang rede, ist der Joshua selbst", sagte der ehemalige Vereinspräsident. Er habe aber eine Meinung dazu.

Der ehemalige Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge ist nicht besonders verwundert von der Wucht der öffentlichen Debatte. "Corona verfolgt uns jetzt seit anderthalb Jahren. Es überrascht mich nicht, dass es jetzt ein großes Politikum ist", sagte der 66-Jährige: "Man sollte die Kirche trotzdem im Dorf lassen." Rummenigge warb für Kimmich und plädierte dafür, in punkto Impfen keinen Druck auf den 26-Jährige auszuüben. "Wenn ich einen Spieler kenne, der extrem verantwortlich und vorbildlich mit vielen Dingen im Leben umgegangen ist, dann war es immer Joshua", sagte Rummenigge. "In dem Fall, glaube ich, wird er dementsprechend irgendwann die richtige Entscheidung fällen", bemerkte Rummenigge in Bezug auf eine immer noch mögliche Corona-Impfung von Kimmich.

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