Kevin-Prince Boateng bei den UN Nigerianischer Torwart beworfen - und suspendiert

Das war nun kein Thema für den ARD-Brennpunkt, erhielt aber dennoch weltweite Aufmerksamkeit. CNN interviewte den Mittelfeldspieler, die italienische Sportzeitung Gazetta dello Sport titelte: "Wir sind alle Boateng". Ausgerechnet Fifa-Präsident Josef Blatter empörte mit einer Bemerkung: Ein Fußballer könne nicht einfach vom Feld gehen, sonst würden das Spieler auch bei einer drohenden Niederlage tun, sagte Blatter.

Später ruderte er zurück: Rassismus dürfe nicht toleriert werden, Boatengs Auftritt sei couragiert gewesen. Dann lud Blatter Boateng zu einem Gespräch über mögliche Maßnahmen im Kampf gegen Rassismus in die Fifa-Zentrale nach Zürich ein. Der Weltverband gründete eine Anti-Diskriminierungs-Task-Force.

Dabei zeigt ein Fall aus einer deutschen Bezirksliga, dass Rassismus nicht nur auf italienischen Fußballplätzen zum Alltag gehört.

In der Bezirksliga Niederrhein wurde der nigerianische Torwart Ikenna Onukogu von SC Hertha Hamborn Anfang März in einer Begegnung gegen Dostlukspor Bottrop mit Affenlauten und rassistischen Schimpfwörtern beleidigt. Mehrmals machte der 27-Jährige den Schiedsrichter auf die Pöbeleien hinter seinem Tor aufmerksam. Als Onukogu mit einer Flasche beworfen wurde, hatte er genug: Er warf zurück, es kam zum Tumult und Handgreiflichkeiten, die Partie wurde abgebrochen. Die Konsequenz: Der Niederrheinische Fußballverband sperrte vorerst den Torwart. Eine Verhandlung soll folgen.

Im Prozess gegen die Fans des italienischen Viertligisten sagte Boateng: "Ich denke, sie haben mich beschimpft, weil meine Haut nicht weiß ist. Das ist mir auch schon in Deutschland passiert, für mich ist das ganz klar Rassismus."