Karriereende von Marcell Jansen Satt von den Millionen

Marcell Jansen: Will Fußball nur noch als Hobby haben

(Foto: dpa)
  • Marcell Jansen beendet mit 29 Jahren seine Karriere.
  • Dabei ist er laut Berater René vom Bruch "im besten Fußballer-Alter" und hätte noch ein paar Jahre gut verdienen können.
  • Nun will sich Jansen einem Start-up für Klamotten widmen.
Von Claudio Catuogno

Am Niederrhein, wo Marcell Jansen in einem mittelgroßen Dorf namens Mönchengladbach aufgewachsen ist und wo sein Vater bei Kaiser's als Warenannahmeleiter beschäftigt war, in diesem bürgerlich-bodenständigen Milieu also hat man ihm früh folgende Lebensweisheit mitgegeben: "Man kann eh nur zwei Schnitzel essen." Übersetzt in die Sprache des Profifußballs heißt das in etwa: Ob man nun 15, 18 oder 22 Millionen Euro auf dem Konto hat, ist doch eigentlich auch schon wurscht.

Aber wenn ein 29-jähriger Fußballer das dann tatsächlich mal so sieht, wenn er seine Karriere beendet, obwohl er seinem Körper noch ein paar Jährchen und Milliönchen hätte abringen können, dann wundern sich plötzlich alle. Am Dienstag wunderten sich unter anderem: Joachim Löw und Bruno Labbadia. Der Bundestrainer und der Trainer des Hamburger SV.

2006 war er der jüngste WM-Teilnehmer - neben einem gewissen Cristiano Ronaldo

Natürlich hätte Marcell Jansen noch tonnenweise Schnitzel verdienen können in seinem Leben als Fußballer. Die Branche bietet genügend Austragsstüberl für einen mit dieser Biografie: 2007 für 14 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern gewechselt, 33 Pflichtspiele gleich in der Münchner Premierensaison, ein Jahr später dann weiter zum Hamburger SV, der damals noch nicht eine so betrübliche Adresse war wie heute. Jüngster Spieler bei der WM 2006 (zusammen mit dem Schnitzelkönig Cristiano Ronaldo); außerdem Teilnehmer der Europameisterschaft 2008 und der Weltmeisterschaft 2010; am Ende 45 Länder- und 242 Bundesligaspiele.

Sein Berater René vom Bruch jedenfalls legt jetzt Wert auf die Feststellung, dass Jansen am Markt gerade in "einer sehr guten Position" gewesen wäre: "ablösefrei, kerngesund und im besten Fußballer-Alter", wie man so sagt.

Unter anderem Benfica Lissabon und der FC Everton sollen interessiert gewesen sein, natürlich wird das nicht offiziell bestätigt. Aber dass Marcell Jansen bereits in seinen vergangenen sieben Hamburger Jahren immer wieder Angebote ausschlug, die "finanziell wie sportlich eine Verbesserung" gewesen wären, wie es vom Bruch formuliert, das darf man schon glauben. Sportlich wäre ja ohnehin fast alles eine Verbesserung gewesen im Vergleich zum HSV, der sich zuletzt zweimal erst in der Relegation den Ligaverbleib sicherte.

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