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Karriereende für Birgit Prinz:"Dann verliert man den Spaß"

Ende einer Ära: Vier Wochen nach der enttäuschenden Frauenfußball-WM in Deutschland zieht sich Rekordspielerin Birgit Prinz zurück. Ihre Entscheidung habe nichts mit den jüngsten Rückschlägen zu tun, behauptet sie - tatsächlich wurde ihr die Spielfreude mitten im Turnier genommen.

Carsten Eberts

Der Zeitpunkt der Pressekonferenz verriet eigentlich schon alles. Während ihre Kolleginnen vom 1.FFC Frankfurt beim Trainingslager in Polen schwitzten, lud Birgit Prinz die Medienvertreter gesammelt nach Frankfurt ein. Alles andere als die Nachricht über ihr Karriereende wäre eine weitere Pointe in diesen tragische Wochen im Fußballerleben von Birgit Prinz gewesen - doch dazu kam es nicht.

Frauen-WM 2011 - Birgit Prinz

Karriereende in aller Stille: Birgit Prinz.

(Foto: dpa)

Prinz verkündete in knappen Worten, was alle erwarteten: Sie beendet nicht nur ihre Karriere in der Nationalmannschaft, sondern mit sofortiger Wirkung auch im Vereinsfußball. "Für mich ist der Moment gekommen, meine Karriere als aktive Fußballspielerin nach 25 Jahren zu beenden", sagte Prinz in Frankfurt: "Fußball ist eine der größten Leidenschaften in meinem Leben. Deshalb ist es mir schwer gefallen, das Kapitel zu beenden."

Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen würdigte Prinz: "Eine der größten Persönlichkeiten im Frauenfußball und gesamten deutschen Sport ist abgetreten. Das ist schade, aber ich habe das Gefühl, sie ist mit sich im Reinen." Ob sie ein offizielles Abschiedsspiel erhält, steht noch nicht fest. "Natürlich wird der DFB darüber beraten, wie Birgit Prinz offiziell und angemessen verabschiedet werden kann", sagte auch DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Nach 214 Länderspielen, drei Krönungen zur Weltfußballerin und Rekordwerten als Torschützin in der deutschen Liga und der Nationalmannschaft hört Prinz also auf. Sie hatte sich bewusst einige Wochen Zeit genommen, die Enttäuschung der Heim-WM in Deutschland sacken zulassen und sich erst dann wieder zu Wort zu melden. "Ich habe die Entscheidung bewusst und gut überlegt getroffen und nicht aus der Emotion nach der WM heraus", sagte Prinz.

Prinz' Rücktritt vom Leistungssport deutete sich dennoch während der WM an. Das Turnier sollte das große Finale ihrer großen Karriere werden - und wurde das komplette Gegenteil. Nicht nur, dass Deutschland den ersehnten Titel im eigenen Land eindeutig verpasste: Prinz begann das Turnier als Stammspielerin, agierte jedoch ungewohnt mäßig, wurde in den ersten Partien von Bundestrainerin Silvia Neid früh ausgewechselt, anschließend gar bloßgestellt, als Neid an sich vertrauliche Gespräche mit ihrer Patientin öffentlich ausplauderte.

Die deutsche Rekordfußballerin beendete das Turnier als Einwechselspielerin, ohne jedoch eingewechselt zu werden. Das 0:1 im Viertelfinale gegen Japan erlebte Prinz von der Bank aus. Es standen andere im Mittelpunkt, Célia Okoyino da Mbabi etwa oder Simone Laudehr, nicht mehr Birgit Prinz.

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