Süddeutsche Zeitung

Kanu-WM:Viermal Gold, viermal Silber

Am ersten Tag der Weltmeisterschaft in Duisburg übertreffen die deutschen Kanuten die Erwartungen und gewinnen acht Medaillen. In den Niederlanden sollen mindestens sieben Spiele im Profifußball manipuliert worden sein.

Kanu, WM: Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-WM in Duisburg bereits am ersten Entscheidungstag mächtig abgeräumt. Max Hoff im Kajak-Einer sowie die Duos Max Rendschmidt/Marcus Groß und Franziska Weber/Tina Dietze jeweils im Kajak-Zweier sicherten den Paddlern von Bundestrainer Reiner Kießler am Samstag die ersten drei Titel in den olympischen Disziplinen. Auch der Canadier-Vierer der Männer paddelte zu Gold. Dazu kommen vier Silbermedaillen, zwei davon innerhalb der olympischen Klassen. "Das, was der Verband von uns an Medaillen verlangt hat, haben wir damit schon fast erfüllt", sagte Olympiasieger Sebastian Brendel, der im Canadier-Einer Silber holte. Der Deutsche Kanu-Verband hatte für seine Athleten allein innerhalb der olympischen Disziplinen sechs Medaillen als Zielmarke ausgegeben, davon drei goldene. Am Sonntag stehen 19 weitere Entscheidungen an. Neben Brendel fuhr auch Katrin Wagner-Augustin im Kajak-Einer auf Platz zwei. Über die nicht-olympische 1000-Meter-Distanz sicherten Verena Hantl im K1 sowie Carolin Leonhardt/Conny Waßmuth im K2 Kießlers Team zudem zwei weitere Silberplaketten.

Fußball, Betrug: Mindestens sieben Fußballspiele von niederländischen Profimannschaften sollen nach Informationen der deutschen Justiz manipuliert worden sein. Niederländische Mannschaften seien bei internationalen Spielen von 2009 bis 2013 benachteiligt worden, sagte der Bochumer Staatsanwalt Andreas Bachmann am Samstag gegenüber dem niederländischen Fernsehen. Weitere vier Spiele seien in den Niederlanden selbst manipuliert worden. Bei den internationalen Spielen wurde nach Angaben Bachmanns "teilweise auf Schiedsrichter eingewirkt", um Ergebnisse zu manipulieren. "Dadurch sind unseres Erachtens nach auch niederländische Mannschaften geschädigt worden." Um welche Spiele es sich handelt, sagte der Staatsanwalt nicht. Bachmann, der jahrelang zum sogenannten Matchfixing im Fußball ermittelt, berief sich auf Beweise aus Telefonüberwachungen. Die deutsche Justiz habe auch in den Niederlanden mit Wissen der dortigen Behörden Telefone abgehört.

Triathlon, DM: Jonathan Zipf (Saarbrücken) und Anne Haug (Bayreuth) haben sich bei den deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz in Hannover ihre jeweils ersten Titel gesichert. Über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Klilometer Laufen rund um den Maschsee kam Zipf vor allem dank einer starken Leistung auf dem Rad in 56:07 Minuten sechs Sekunden vor Franz Löschke (Potsdam) und neun Sekunden vor Gregor Buchholz (Saarbrücken) ins Ziel. Titelverteidiger Christian Prochnow (Potsdam/56:30) und Olympia-Teilnehmer Maik Petzold (Bautzen/56:52) kamen in ihrem letzten Profirennen auf die Plätze vier und acht. Deutschlands beste Triathletin Haug verwies in 1:02:47 Stunden die beiden Saarbrückerinnen Rebecca Robisch (1:02:58) und Hanna Philippin (1:03:09) auf die Plätze zwei und drei. Vorjahressiegerin Anja Knapp (Dettingen) landete in 1:03:29 Stunden auf Rang vier.

Beachvolleyball, DM: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben im Finale der deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften die erfolgreiche Titelverteidigung von Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Essen) verhindert. Bei strömenden Regen in Timmendorfer Strand bezwang das Hamburger Duo die Meisterinnen des Vorjahres glatt 2:0 (21:14, 21:18) und sicherte sich damit den ersten gemeinsamen DM-Titel, Ludwig hatte an der Seite ihrer Ex-Partnerin Sara Goller bereits viermal gewonnen. Die topgesetzten Holtwick/Semmler verpassten ihren dritten Sieg nach 2009 und 2012. Den dritten Platz bei den mit 50.000 Euro dotierten Meisterschaften sicherten sich die Vize-Weltmeisterinnen Karla Borger/Britta Büthe durch ein 2:0 (21:13, 21:18) gegen Chantal Laboureur/Julia Sude (beide Stuttgart). Die Herren ermitteln am Sonntag die Titelträger. Die Meister-Duos gewinnen je einen Kleinwagen im Wert von 10.000 Euro.

Fußball, DFB-Kader: Bundestrainer Joachim Löw hat Sydney Sam und Max Kruse für die beiden WM-Qualifikationsspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Österreich am 6. September (20.45 Uhr/sueddeutsche.de) in München und vier Tage später in Torshavn gegen die Faröer (20.45 Uhr/sueddeutsche.de) nominiert. Sie hatten bei der USA-Reise erste Erfahrungen im A-Team gesammelt. Zudem kehrt Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der zuletzt gegen Paraguay verletzungsbedingt gefehlt hatte, in den Kader zurück. Schweinsteiger absolvierte sein letztes Länderspiel am 22. März in der WM-Quali in Kasachstan. Ebenfalls wieder dabei sind Toni Kroos und Mario Götze. Die beiden Münchner standen ebenso wie Schweinsteiger zum Saisonstart gegen Paraguay nicht im Kader. Ein besonderes Jubiläum könnte Kapitän Philipp Lahm feiern: Der Bayern-Profi steht beim Spiel gegen Österreich vor seinem 100. Länderspiel. Fehlen werden die verletzten Ilkay Gündogan, Marcell Jansen und Lukas Podolski. Der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller, über dessen Debüt in der DFB-Elf zuletzt spekuliert worden war, ist nicht dabei.

Der Kader im Überblick: Tor: René Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), André Schürrle (FC Chelsea), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Angriff: Mario Gomez (AC Florenz), Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach).

Judo, WM: Laura Vargas Koch hat bei den Judo-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro Silber erkämpft. Die EM-Dritte aus Berlin bot am Freitag in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm einen starken Wettkampf und musste im Finale lediglich der Olympia-Dritten Yuri Alvear aus Kolumbien den Vortritt lassen. Für die 23-Jährige bedeutete WM-Silber aber den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Damit haben die Athleten des Deutschen Judo-Bundes schon vor dem letzten Tag der Einzel-Wettkämpfe am Samstag drei Medaillen zu Buche stehen. Zuvor hatten Mareen Kräh und Miryam Roper Bronze erkämpft. Die Olympia-Zweite Kerstin Thiele scheiterte am Freitag in der Klasse bis 78 Kilo gleich in ihrem ersten Kampf. In der Vorrunde schieden auch Marc Odenthal, Iljana Marzok und Luise Malzahn aus.

Handball, Klub-WM: Champions-League-Sieger HSV Hamburg hat seinen zweiten internationalen Handball-Titel des Jahres 2013 knapp verpasst: Bei der Vereins-Weltmeisterschaft in Doha/Katar unterlag der Bundesligist am Freitagabend dem FC Barcelona im Finale 25:27 (13:15). Damit nahmen die Katalanen Revanche für das verlorene Champions-League-Endspiel im Juni in Köln. Bester Torschütze beim HSV, der eine Prämie von 200.000 Dollar einstreicht, war Hans Lindberg mit sieben Treffern. Für Barcelona, das als Sieger 400 000 Dollar erhält, war es der erste Erfolg bei der Vereins-WM. Dritter wurde das katarische Team von El-Jaish. Hamburg begann stark, biss sich dann aber in der gut gestaffelten Defensive der Katalanen fest. Nach dem 11:11 leistete sich der Champions-League-Sieger zudem zu viele einfache Fehler im Spielaufbau, so dass Barcelona sich in einer kampfbetonten Partie zunächst auf 15:13 absetzten konnte - trotz einer insgesamt sehr starken Leistung von HSV-Torwart Johannes Bitter, der 16 Würfe abwehrte. Nach dem Seitenwechsel verflachte das Niveau, die Abwehrreihen dominierten das Geschehen. Barcelona hatte weiterhin mehr Reserven, beim 20:16 in der 41. Minute betrug der Vorsprung erstmals vier Tore. Doch Hamburg gab nicht auf, dank Bitters Paraden kam der deutsche Meister von 2011 wieder auf 20:21 heran. In der Schlussphase vergab der HSV aber zu viele hochkarätige Chancen gegen den überragenden Barca-Torwart Danijel Saric.

Basketball, Nationalmannschaft: Die deutschen Basketballer haben eine gelungene EM-Generalprobe gefeiert. Das junge Team von Bundestrainer Frank Menz setzte sich am Freitag in Bamberg gegen Schweden mit 78:66 (40:31) durch und zeigte fünf Tage vor dem Start gute Form für das Turnier in Slowenien. Beim sechsten Sieg nacheinander über die Skandinavier zeichneten sich vor 5158 Zuschauern Kapitän Heiko Schaffartzik mit 17 und Center Maik Zirbes mit 13 Punkten als beste Akteure aus. Die Skandinavier hatten in Jeffery Taylor mit 25 Zählern ihren besten Werfer. Vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich hatte die deutsche Mannschaft zuletzt sieben der vergangenen acht Testspiele verloren.

Volleyball, Nationalmannschaft: Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Herren hat am Freitag in Groningen das erste von drei Testspielen gegen die Niederlande mit 3:0 (25:23, 28:26, 25:23) gewonnen. Nach einem zehntägigen Trainingslager zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft bewies das Team von Bundestrainer Vital Heynen in drei umkämpften Sätzen Nervenstärke in den entscheidenden Momenten. In den Niederlanden soll das deutsche Team nach hartem Training vor allem Spielpraxis sammeln. Das gilt in erster Linie für Routinier Georg Grozer sowie Sebastian Schwarz und Felix Fischer. Das Trio stieß erst jetzt zur Mannschaft. Bei der EM vom 20. bis 29. September in Polen und Dänemark treffen die Volleyballer in der Vorrunde auf Russland, Bulgarien und Tschechien.

Gymnastik, WM: Jana Kudrjawzewa hat den WM-Titel im Mehrkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik gewonnen. Die 15-Jährige Russin kam am Freitag in Kiew auf 73,866 Punkte und löste als neue Titelträgerin die zurückgetretene Doppel-Olympiasiegerin Jewgenia Kanajewa ab. Ihre Landsfrau hatte bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren alle sechs Titel geholt. Für Kudrjawzewa war es in Kiew der zweite, am Donnerstag war sie beim Finale mit dem Band nicht zu schlagen gewesen. Im Mehrkampf belegte die Ukrainerin Ganna Risatdinowa (73,041) den zweiten Platz, Dritte wurde Melitina Stanjuta aus Weißrussland (72,166).

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