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Kampfsport:Schutzsperre gegen Irans Judoverband

Der Iraner Saeid Mollaei (li.) hatte den Kampf gegen Matthias Casse absichtlich verloren, damit er nicht gegen einen Israeli kämpfen muss.

(Foto: AFP)

Bei der WM hatte Saeid Mollaei auf Druck von politischer Seite absichtlich verloren. Siebenkämpferin Carolin Schäfer sagt den WM-Start ab. Die deutschen Volleyballer erreichen vorzeitig das EM-Achtelfinale.

Judo, Sperre: Der Judo-Weltverband IJF hat im Fall des iranischen Weltmeisters Saeid Mollaei, der bei der WM in Tokio nach Druck von politischer Seite absichtlich verloren hatte, eine Schutzsperre gegen Irans Verband verhängt. Wie der Weltverband am Mittwoch mitteilte, habe der iranische Verband unter anderem gegen den IJF-Ethikcode und die olympische Charta verstoßen. Der Iran ist damit ab sofort von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

Mollaei hatte berichtet, er sei in Tokio von seinem Verband mit Drohungen gegen ihn und seine Familie gezwungen worden, im Halbfinale absichtlich gegen den Belgier Matthias Casse zu verlieren, um in einem möglichen Finale nicht gegen den Israeli Sagi Muki antreten zu müssen. Auch im Kampf um Bronze bot er nach eigener Aussage kaum Gegenwehr. Der Iran und Israel sind politisch verfeindet.

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Mollaei flüchtete laut Medienberichten nach Berlin, um in Deutschland Asyl zu beantragen. IJF-Präsident Marius Vizer gab dem Athleten Rückendeckung und stellte ihm in Aussicht, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio im Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) antreten zu können. Die Entscheidung darüber liegt in den Händen des IOC und dessen Präsidenten Thomas Bach. Mollaei war das jüngste Opfer der Boykotthaltung zahlreicher islamischer Länder gegenüber Israel. In der Vergangenheit hatte es bereits unzählige Fälle gegeben. Bei der WM in Japan hatte zudem der Ägypter Mohamed Abdelaal nach seiner Niederlage im Halbfinale Sagi Muki aus Israel den Handschlag verweigert.

Volleyball, EM: Die deutschen Volleyballer haben vorzeitig das EM-Achtelfinale erreicht. Der Vize-Europameister von 2017 gewann am Mittwoch in Antwerpen gegen die Slowakei klar mit 3:0 (25:23, 30:28, 25:19). Im zweiten Satz wehrte die Mannschaft, die wie schon beim 3:0 gegen Österreich auf den geschonten Georg Grozer verzichtete, sogar fünf Satzbälle ab. Nach dem zweiten Sieg in Serie hat das Team von Nationaltrainer Andrea Giani in Gruppe B auf jeden Fall Platz drei sicher. Jeweils die ersten vier Teams der Vorrundengruppen erreichen das Achtelfinale. Mit jeweils 15 Punkten waren Christian Fromm und Simon Hirsch die besten deutsche Angreifer.

Leichtathletik, WM: Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat ihren Start bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha/Katar abgesagt. Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband am Mittwoch mitteilte, könne die WM-Zweite von der LG Eintracht Frankfurt wegen Kniebeschwerden nicht in den Medaillenkampf eingreifen. "Ich weiß, es ist die richtige Entscheidung, um meinem Körper die nötige Ruhe zu geben und mich mit voller Kraft auf die Olympischen Spiele vorzubereiten", sagte die 27-jährige Mehrkämpferin mit Blick auf Tokio 2020. Damit wird keine deutsche Siebenkämpferin in Doha sein.

Fußball, Frankreich: Im französischen Fußball wird mit Beginn der kommenden Saison der Liga-Pokal wieder abgeschafft. Das gab die französische Fußball-Liga (LFP) am Mittwoch bekannt. Mit dieser Entscheidung soll den Spielern mehr Zeit zur Regeneration gegeben werden. Der über den Liga-Pokal vergebene Startplatz zur Europa League wird nun über die Meisterschaft verteilt. Der Liga-Pokal, an dem die Teams der ersten und zweiten Division teilnehmen, wurde in Frankreich seit 1994 ausgespielt.

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