Süddeutsche Zeitung

Jules Bianchi:Todesopfer Nummer 32

  • Nach dem Tod von Jules Bianchi fordern Verantwortliche, weiter an der Sicherheit im Motorsport zu arbeiten. "Wir dürfen so etwas nie mehr passieren lassen", sagt Bernie Ecclestone.
  • Vor 21 Jahren starb Ayrton Senna, nun trauert die Formel 1 erstmals wieder um ein Opfer. Bianchi ist das 32. Todesopfer der Formel 1.

Verantwortliche fordern mehr Sicherheit

Die Formel 1 trauert erstmals seit 21 Jahren wieder um ein Todesopfer. Der 25-Jährige Jules Bianchi vom Team Marussia/ManorF1 erlag in der Nacht zum Samstag seinen schweren Verletzungen aus dem Rennen um den Großen Preis von Japan Ende Oktober in Suzuka und verlor damit als 32. Pilot in der Königsklasse des Automobilsports sein Leben.

Nach dem Tod von Binachi unterstrichen führende Vertreter der Formel 1 die Notwendigkeit, weiter an der Sicherheit der Autos zu arbeiten. "Wir dürfen so etwas nie mehr passieren lassen", sagte Chefpromoter Bernie Ecclestone in einem Statement auf der offiziellen Internetseite der Formel 1.

Beisetzung wohl am Dienstag

Die Fahrergewerkschaft GPDA um den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel sieht im tragischen Tod des Franzosen auch eine Verpflichtung für die Zukunft. "In Zeiten wie diesen werden wir auf brutale Weise daran erinnert, wie gefährlich der Rennsport noch immer ist", teilte die GPDA mit: "Trotz deutlicher Verbesserungen schulden wir es allen Verstorbenen, Jules, seiner Familie und seinen Freunden, bei der Arbeit für mehr Sicherheit niemals nachzulassen."

Wie die französische L'Equipe berichtet, wird Bianchi am Dienstag in seiner Heimatstadt Nizza beigesetzt. Bianchi ist der erste tödlich verunglückte Formel-1-Fahrer seit mehr als 21 Jahren. Am 1. Mai 1994 war der Brasilianer Ayrton Senna in Imola/Italien durch einen Crash im Rennen ums Leben gekommen, einen Tag nach dem tödlichen Trainingsunfall des Österreichers Roland Ratzenberger.

32 Todesopfer in der Formel 1

Die Liste der Formel-1-Todesopfer bei Rennen und Testfahrten sowie im Training:

1954 Onofre Marimom (Argentinien) auf dem Nürburgring (Training)

1957 Eugenio Castellotti (Italien) in Modena/Italien (Testfahrten)

1958 Luigi Musso (Italien) in Reims/Frankreich

1958 Peter Collins (Großbritannien) auf dem Nürburgring

1958 Stuart Lewis-Evans (Großbritannien) in Ain Diab/Marokko

1960 Chris Bristow (USA) in Spa/Belgien

1960 Alan Stacey (USA) in Spa/Belgien

1961 Giulio Cabianca (Italien) in Modena/Italien (Testfahrten)

1961 Wolfgang Graf Berghe von Trips (Deutschland) in Monza/Italien

1962 Ricardo Rodriguez (Mexiko) in Magdalena-Mixhuca/Mexiko (Training)

1964 Carel Godin de Beaufort (Niederlande) auf dem Nürburgring (Training)

1966 John Taylor (Großbritannien) auf dem Nürburgring

1967 Lorenzo Bandini (Italien) in Monte Carlo/Monaco (starb drei Tage später)

1967 Bob Anderson (Großbritannien) in Silverstone/Großbritannien (Testfahrten)

1968 Jo Schlesser (Frankreich) in Rouen/Frankreich

1970 Piers Corage (Großbritannien) in Zandvoort/Niederlande

1970 Jochen Rindt (Österreich) in Monza/Italien (Training)

1971 Joseph Siffert (Schweiz) in Brands Hatch/Großbritannien

1973 Francois Cevert (Frankreich) in Watkins Glen/Großbritannien (Training)

1973 Roger Williamson (Großbritannien) in Zandvoort/Niederlande

1974 Peter Revson (USA) in Kyalami/Südafrika (Testfahrten)

1974 Helmut Koinigg (Österreich) in Watkins Glen/Großbritannien

1975 Mark Donohue (USA) in Zeltweg/Österreich (Warm-Up)

1977 Tom Pryce (Großbritannien) in Kyalami/Südafrika

1978 Ronnie Peterson (Schweden) in Monza/Italien (starb einen Tag nach dem Rennen)

1980 Patrick Depailler (Frankreich) in Hockenheim (Testfahrten)

1982 Gilles Villeneuve (Kanada) in Zolder/Belgien (Training)

1982 Riccardo Paletti (Italien) in Montreal

1986 Elio de Angelis (Italien) in Le Castellet/Frankreich (Testfahrten)

1994 Roland Ratzenberger (Österreich) in Imola/Italien/San Marino

1994 Ayrton Senna (Brasilien) in Imola/Italien/San Marino

2014 Julien Bianchi (Frankreich) in Suzuka/Japan (starb rund neun Monate später am 18. Juli 2015)

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.2572731
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/sid/sonn
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.