Deutsche Nationalmannschaft Klopp wundert sich über Lahms Kritik

Jürgen Klopp hätte nach dem Ausscheiden der DFB-Elf von Lahm ein persönliches Gespräch mit Bundestrainer Löw erwartet und keine öffentliche Kritik.

(Foto: Getty Images)
  • Liverpool Trainer Jürgen Klopp hat sich zur Kritik von Philipp Lahm an Bundestrainer Joachim Löw geäußert.
  • "Sprich nicht über deine Nationalmannschaft, in der du bis vor kurzer Zeit noch gespielt hast, als wärst du da nie gewesen. Das verstehe ich nicht", erklärt Klopp in einem Interview.
  • Lahm hatte zuvor von Löw "eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen" gefordert.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hat Unverständnis für die öffentliche Kritik des deutschen Ex-Nationalspielers Philipp Lahm an Bundestrainer Joachim Löw geäußert. "Wie soll ich das nett ausdrücken? Ich fand Philipp echt einen geilen Spieler", sagte Klopp im Interview des Internetportals Sport1: "Wenn du das zu sagen hast, als einer der deutschen Rekordnationalspieler, dann fahr da hin oder ruf einen an und sag es ihnen."

Die Art und Weise der Kritik kann Klopp nicht nachvollziehen: "Sprich nicht über deine Nationalmannschaft, in der du bis vor kurzer Zeit noch gespielt hast, als wärst du da nie gewesen. Das verstehe ich nicht."

"Was sind denn straffere Regeln?"

Lahm hatte vor einigen Wochen im Netzwerk LinkedIn indirekt Löws Führungsstil bemängelt und vom Bundestrainer "eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen" gefordert. Er müsse mit neuen Nationalspielern weniger kollegial umgehen, um Erfolg zu haben, hatte Lahm Mitte Juli nach dem blamablen deutschen WM-Aus in der Vorrunde gefordert.

Für Klopp sind diese Ratschläge zu pauschal. "Ich kann damit nichts anfangen", sagte er: "Was sind denn straffere Regeln? Die Jungs müssen in Trainingsklamotten anreisen oder was? Was soll das denn?" Scherzhaft ergänzte er: "Vielleicht hat er es auch auf Bayerisch gesagt und es gab einen Übersetzungsfehler."

Währenddessen läuft es in England blendend für Klopp. Die Premier-League-Saison ist erst zwei Spieltage alt - aber britische Medien sehen seinen FC Liverpool schon auf dem Weg zur Meisterschaft. "Das ist der Stoff, aus dem Titel gemacht werden", schrieb die Boulevard-Zeitung Mirror nach Liverpools glanzlosem 2:0 (1:0)-Erfolg bei Crystal Palace. "Sie sind der Topfavorit, um mit Manchester City mitzuhalten", befand der Guardian.

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