Judo-WM "Ich gönne ihr eine Medaille", sagt DJB-Präsident Frese

Doch dann kämpfte sie erstmals für Panama. Und aus einer Geschichte, die unglücklich begann, wurde eine glückliche.

Roper gewann im Mai den Grand Slam in Jekaterinburg, einen der wichtigsten überhaupt. Sie schlug im Finale die Japanerin Udaka Nae mit Ippon. Die Konkurrenz staunte, noch nie hatte dort eine Athletin in Ropers Alter gewonnen. Auf dem Podest lauschte sie gerührt der Hymne, die erstmals bei einem Judo-Grand-Slam gespielt wurde. "Alcanzamos por fin la victoria", heißt es darin: "Letztlich haben wir den Sieg errungen." Roper findet, der Text sei durchaus symbolisch für ihren Weg.

Sie hatte auch im deutschen Team oft um ihren Status kämpfen müssen, galt als hochveranlagt, doch bei ihren zwei Olympia-Teilnahmen schied sie jeweils in der ersten Runde gegen die Brasilianerin Rafaela Silva aus, die Olympiasiegerin 2016. Ihre erste WM-Medaille gewann Roper spät in ihrer Karriere, mit 31. "Ich habe bewiesen, dass ich dahin gehöre", in die Spitze, sagt sie. Im Juni wurde sie Zweite beim Grand Prix in Cancún in Mexiko.

Sie gab Interviews im panamaischen Fernsehen, sie wird im September wieder hinfliegen. Roper will ihrem Sport dort in die Zukunft helfen. Doch schon jetzt, vor der WM, sind die Erwartungen hoch. Die Zeitung Metro Libre druckte eine ganze Judo-Seite. Die Frage ist: Kann Miryam Roper es wirklich noch mal allen zeigen?

In der Judo-Familie ist man sich nicht lange böse

"Ich gönne ihr eine Medaille, ganz ehrlich", sagt DJB-Präsident Frese. Der Kurs des Verbands hat sich durchaus bewährt, Theresa Stoll, 21, aus München gewann im April in Ropers Gewichtsklasse EM-Silber, bei der WM ist Stolls Zwillingsschwester Amelie dabei. Auch Roper hat ihren Frieden mit dem deutschen Verband gemacht, in der Judo-Familie ist man sich nicht lange böse. Sie darf weiterhin in Köln trainieren, in Budapest lässt sie sich von den deutschen Physiotherapeuten behandeln. Sie ist dankbar. "Ich habe viel mehr Spaß mit dem, was ich tue, als vorher", sagt sie, und: "Im deutschen System hätte ich mich nicht so wohl gefühlt wie jetzt", nicht so frei.

Und eine Medaille? "Es ist ein Riesenerfolg, dass ich bei der WM dabei bin", sagt Roper. Aber wenn sie nicht daran glauben würde, gewinnen zu können, dann hätte sie die Hymne ja nicht auswendig lernen müssen.

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