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Jovic zu Real:"Es war klar, dass es eine finanzielle Schmerzgrenze gibt"

Luka Jovic

Gewohntes Bild aus der vergangenen Saison: Luka Jovic, 21, bejubelt einen seiner 27 Treffer in Liga und Europapokal für Frankfurt.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)
  • Über Wochen hatte sich der Transfer angedeutet: Nun ist der Wechsel von Luka Jovic zu Real Madrid offiziell.
  • Real soll für den Offensivspieler angeblich 60 Millionen Euro plus Bonuszahlungen zahlen. Jovic erhält einen Fünfjahresvertrag.
  • Die Eintracht verliert damit einen der Erfolgsgaranten dieser Saison.

Es klang erst mal überraschend, welche Mannschaft sie beim DFB zu den Favoriten zählen, wenn in knapp zwei Wochen die U21-Europameisterschaft beginnt. Doch inzwischen ist der Gedanke sehr plausibel. Denn nun ist Deutschlands Gruppengegner Serbien ganz offiziell jenes Team, für das ein angeblich 70 Millionen Euro teurer Stürmer von Real Madrid die Tore schießen soll.

Es war seit Wochen kein großes Geheimnis mehr, dass sich der spanische Rekordmeister um Luka Jovic bemüht, einen der herausragenden Fußballer der vergangenen Saison, der für Eintracht Frankfurt 17 Tore in der Bundesliga und zehn im Europapokal schoss. Am Dienstag gab die Eintracht den Wechsel dann offiziell bekannt: Jovic, 21, werde, nachdem er den noch ausstehenden Medizincheck in Madrid bestanden hat, zu Real wechseln und einen Fünfjahresvertrag unterschreiben. "Sportlich gesehen ist Luka Jovic ein großer Verlust für uns" ließ sich Sportvorstand Fredi Bobic zitieren. "Seine Explosivität und Torgefährlichkeit haben sich mittlerweile in Europa herumgesprochen, und wir haben in den vergangenen zwei Jahren nicht nur von seinen Toren stark profitiert. Aber für uns war klar, dass es eine finanzielle Schmerzgrenze gibt." Und Bobic sagt natürlich auch: "Für Eintracht Frankfurt ist das ein guter und wichtiger Transfer."

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Offizielle Angaben über die Höhe der Ablöse gibt es nicht. Die spanische Zeitung Marca schreibt, Real zahle 60 Millionen Euro plus eventuelle Boni. Davon soll Benfica Lissabon 30 Prozent bekommen, die Eintracht den Rest. Jovic war von Benfica an Frankfurt ausgeliehen, allerdings zog die Eintracht im April für angeblich zwölf Millionen Euro die Kaufoption. Jovics Vertrag in Frankfurt war seitdem bis 2023 gültig, doch von einem Verbleib des Spielers ging niemand aus, eher von einem guten Geschäft für den Bundesligisten.

Die Eintracht verliert damit einen von drei Stürmern, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass die Mannschaft ins Halbfinale der Europa League einzog und sich erneut für den Europapokal qualifizierte. Auch der Verbleib von Sebastien Haller und Ante Rebic, die gemeinsam 24 Ligatore schossen, ist nicht sicher. Bobic wollte zuletzt nicht ausschließen, dass auch Ante Rebic oder Sebastien Haller gehen. Sie hätten zwar eine "Riesenfreude hier", äußerte Bobic: "Aber irgendwann kommen andere Kräfte ins Spiel."

Diese Kräfte haben vor allem etwas mit Euro-Scheinen zu tun. Laut transfermarkt.de liegt der Marktwert von Rebic bei 35 Millionen, der von Haller sogar bei 40. Und das französische Abwehrtalent Evan Ndicka, das die Hessen im vergangenen Jahr für sechs Millionen von AJ Auxerre geholt haben, soll in den Fokus von Paris St. Germain geraten sein. Der 19-Jährige wird auf 22 Millionen taxiert.

Zumindest einen Teil des Geldes würde die Eintracht sofort wieder investieren - in drei Leihspieler, die fest verpflichtet werden sollen. Für Nationaltorwart Trapp müssten wohl zehn Millionen nach Paris überwiesen werden. Noch mehr will der Frankfurter Ligarivale FC Augsburg für Verteidiger Martin Hinteregger. Das Geld spielt im Fall von Sebastian Rode (Borussia Dortmund) vorerst eine untergeordnete Rolle. Der 28-Jährige kämpft wegen eines Knorpelschadens im Knie gegen das Karriere-Ende.

50 Tage bevor die Hessen als erster deutscher Klub im Europacup ran müssen, scheint jedenfalls klar, dass die Personal-Planungen vor dem ersten Pflichtspiel am 25. Juli in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League längst nicht abgeschlossen sein werden.

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