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Japan:Podolski gewinnt den Kaiserpokal

Vissel Kobe - Kashima Antlers

Ein Pokal für Lukas Podolski (2.v.l.)

(Foto: dpa)

Der frühere Nationalspieler holt in Japan eine Trophäe - zahlreiche Klubs wollen den Stürmer verpflichten. Chelsea spielt unentschieden, Martin Kind motzt bei Hannover 96.

Japan, Podolski: Unter tosendem Beifall der Fans verließ Lukas Podolski den Rasen des neuen Olympiastadions in Tokio. Der vierte Pokalsieg in der Karriere des Weltmeisters von 2014 stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, so konnte Podolski in der Nachspielzeit Platz machen für einen Weltmeister von 2010: Der Spanier David Villa, Podolskis Teamkollege bei Vissel Kobe, bekam noch ein paar Abschiedsminuten im wohl letzten Spiel seiner Karriere. Kobe gewann das Finale um den japanischen Kaiserpokal souverän 2:0 (2:0) gegen Kashima Antlers, und Podolski feierte mit prominenten Mitspielern wie Villa und Andres Iniesta im goldenen Lamettaregen. Pokalsiege hatte er bereits mit dem FC Bayern (2008), dem FC Arsenal (2014) und Galatasaray Istanbul (2016) errungen.

Vieles deutet bei Podolski darauf hin, dass es nach diesem Erfolg aktiv weitergehen soll - die Frage ist allerdings: wo? Sein Vertrag in Kobe endet am 31. Januar. Ein neues Auslandsabenteuer im Karriereherbst des 34-Jährigen ist vorstellbar, während in seiner Herzensstadt Köln natürlich auch wieder über eine Rückkehr zum abstiegsbedrohten FC spekuliert wird. Kontakt zu Köln besteht regelmäßig, trotz rund 9000 Kilometern Entfernung, das bestätigte zuletzt FC-Sportchef Horst Heldt; "Ich möchte nur sagen, dass ich mit Lukas im Austausch bin. Alles Weitere bespreche ich mit ihm, nicht über die Öffentlichkeit", sagte Heldt dem Stadt-Anzeiger. Sportlich ist die Frage, ob Podolski mit einer internationalen Topliga noch klar käme, zudem soll er in Kobe acht Millionen Euro netto im Jahr verdient haben. Nur bei Gehaltseinbußen könnte der 1. FC Köln seinen verlorenen Sohn bezahlen.

Podolskis aktueller Trainer in Kobe, sein Landsmann Thorsten Fink, hat den 130-maligen DFB-Nationalspieler ebenfalls noch nicht abgeschrieben: "Bei Lukas habe ich einen Funken Resthoffnung, dass er sich vielleicht doch ein weiteres Jahr bei uns vorstellen kann", sagte Fink der Sport Bild: "Er ist ein geiler Kicker, der den Unterschied machen kann und ein absoluter Leader. Ich weiß, was ich an ihm habe, deshalb kämpfe ich um ihn." Interesse an einer Verpflichtung Podolskis haben laut Medienberichten zudem der US-Klub Chicago Fire, für den zuletzt sein Kumpel Bastian Schweinsteiger spielte, Flamengo Rio und CF Monterrey (Mexiko). Gornik Zabrze, Erstligist aus Podolskis Geburtsland Polen, soll sich ebenfalls um den Stürmer bemühen.

England, Premier League: Der FC Chelsea hat im Rennen um die Champions-League-Plätze der englischen Premier League für die kommende Saison wertvolle Punkte liegen gelassen. Die Londoner, die im Achtelfinale der Königsklasse auf den deutschen Rekordmeister Bayern München treffen, kamen im Auswärtsspiel bei Brighton & Hove Albion nur zu einem 1:1 (1:0), bleiben nach dem 21. Spieltag aber Vierter.

Der spanische Verteidiger Cesar Azpilicueta hatte in der Anfangsphase im Anschluss an eine Ecke zur Führung der Mannschaft von Teammanager Frank Lampard abgestaubt (10.), ehe ein sehenswertes Fallrückziehertor des Iraners Alireza Jahanbakhsh (84.) den Gastgebern einen Punkt rettete. Die Blues, bei denen Nationalspieler Antonio Rüdiger über 90 Minuten in der Innenverteidigung spielte, haben nun 36 Punkte auf dem Konto. Tabellenführer FC Liverpool (55) mit Teammanager Jürgen Klopp ist bereits 19 Zähler enteilt.

2. Liga, Hannover: Geschäftsführer Martin Kind vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96 hat den sofortigen Wiederaufstieg der Niedersachsen abgehakt. "Man muss ganz klar sagen: Wir haben versagt, wir haben unser Ziel und unser Versprechen nicht erfüllt", erklärte der Ex-Präsident in einem Interview auf der 96-Homepage. Die Norddeutschen nehmen aktuell den 13. Tabellenplatz ein, nur zwei Punkte von Relegationsrang 16 entfernt. Dennoch beschäftige man sich nicht mit dem Abstieg. Kind: "Wir kennen unsere derzeitige sportliche Situation, sind aber überzeugt, dass die Mannschaft einen sicheren, mittleren Tabellenplatz erreichen kann."

Angetan ist der 75-Jährige vom neuen 96-Trainer Kenan Kocak. "Er ist ein Arbeiter des Fußballs, der diesen Sport lebt und vorlebt. Er hat die Mannschaft im positiven Sinne in den Griff gekriegt", sagte Kind. Kocak hatte im November die Nachfolge seines glücklosen Vorgängers Mirko Slomka angetreten.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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