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Internationaler Fußball:James soll in Madrid bleiben

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

Zuletzt zwei Spielzeiten beim FC Bayern: James Rodríguez.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • James Rodríguez möchte Real Madrid verlassen - aber der Kolumbianer darf nicht weg.
  • Nach der Testspielniederlage gegen Atlético stellt sich Präsident Florentino Pérez vor allem gegen einen Transfer zum Lokalrivalen.
  • Nachdem der Klub Gareth Bale bereits einen Wechsel nahegelegt hat, wächst die Zahl unzufriedener Akteure.

Von Javier Cáceres

Am Montag nahm der Kolumbianer James Rodríguez, 28, die Arbeit bei Real Madrid wieder auf, nach zwei Jahren als Leihspieler beim FC Bayern München. James absolviert in Madrid ein Rehaprogramm, während Spaniens Rekordmeister am Sommerturnier des FC Bayern teilnimmt. Real trifft dort am Dienstagabend (18 Uhr) auf Tottenham Hotspur.

James vermied die Rückkehr nach München, die nicht nur mit angenehmen Gedanken verbunden gewesen wäre. Einerseits, weil er aus München zuletzt nur noch weg wollte. Andererseits, weil er auch kein Interesse hat, bei Real zu spielen. Sein Verhältnis zu dem im März zurückgekehrten Trainer Zinédine Zidane ist ähnlich belastet wie seine Beziehung zu Bayern-Coach Niko Kovac. Und nun muss James auch noch ertragen, dass das Schicksal eine bizarre, ironische Note bereithält. Laut der Sportzeitung As teilte Real Madrid James mit, dass er im Verein bleiben müsse.

Den Kolumbianer dürfte die Mitteilung getroffen haben. Wie sehr James seine Zukunft woanders sah, machte ausgerechnet der Vorstandschef von Reals Erzrivale Atlético Madrid öffentlich, Miguel Ángel Gil Marín: "Mir ist bekannt, dass James nicht bei Real Madrid bleiben will. Und mir ist bekannt, dass Real Madrid nicht möchte, dass er bleibt", sagte Gil Marín und äußerte die zarte Hoffnung, dass Real-Präsident Florentino Pérez sich vielleicht doch davon überzeugen lässt, den Kolumbianer zu Atlético ziehen zu lassen. Doch Real braucht James wegen der schweren Knieverletzung von Mittelfeldspieler Marco Asensio. Zudem fertigte Atlético Real am Wochenende in einem Testspiel in den USA mit 7:3 ab. Pérez kann es sich deshalb gerade eher nicht leisten, einen dermaßen talentierten Fußballer wie James an den Lokalrivalen zu verlieren - auch wenn Atlético, anders als der ebenfalls interessierte SSC Neapel, immerhin eine Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe zahlen würde.

Für Trainer Zidane, der James eine der schlimmsten Demütigungen in dessen Karriere beibrachte, als er ihn im Champions-League-Finale von Cardiff gegen Juventus Turin 2017 auf die Tribüne setzte, ist die Lage bemerkenswert: Als wäre ein Spieler, der nicht mit ihm arbeiten will, nicht schon Problem genug, läuft er nun Gefahr, sogar zwei solcher Profis im Kader zu haben. Denn nicht nur James, auch Gareth Bale kommt von Real nicht weg. Der Wechsel des walisischen Großverdieners zu Jiangsu Suning gilt als definitiv geplatzt, weil der chinesische Erstligist den letzten verbleibenden Ausländerplatz an den Kroaten Ivan Santini vergeben hat. Andere Interessenten gibt es für Bale offenbar nicht.

Doch vielleicht könnte es sich lohnen, zu warten. Bis zum Ende des Transferfensters kann sich einiges tun. Und die Medien in Spanien schießen sich nach der bislang desaströs verlaufenen Vorbereitung schon auf Zidane ein.

© SZ vom 30.07.2019/schm
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