Fußballer Jake Daniels:"Ich fühle mich bereit"

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Fußballer Jake Daniels: "Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich bereit dafür bin, ich selbst zu sein": Blackpools junger Profi Jake Daniels (rechts).

"Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich bereit dafür bin, ich selbst zu sein": Blackpools junger Profi Jake Daniels (rechts).

(Foto: Mark Cosgrove/News Images/Imago)

Als zweiter noch aktiver Fußballprofi weltweit spricht der englische Zweitligaspieler Jake Daniels über etwas, das längst keine Nachricht mehr wert sein sollte: seine Homosexualität.

Es sollte längst etwas Normales und überhaupt keine Nachricht mehr wert sein, wenn ein Fußballer über seine Homosexualität spricht. Aber Jake Daniels, 17, hat beschlossen, dass er den Schritt an die Öffentlichkeit für nötig erachtet. "Ich fühle mich bereit, meine Geschichte zu erzählen", sagt der Nachwuchsprofi. Als einer der ersten aktiven englischen Fußballer hat er sich zu seiner Orientierung bekannt und will anderen Mut machen.

Lange habe er überlegt, wann und wie er es sage, erklärt Daniels im Interview mit Sky Sports. Der Stürmer sitzt dabei in der Kabine des englischen Zweitligisten Blackpool FC. Der Klub, bei dem er in dieser Saison seinen ersten Profi-Einsatz absolvierte. Groß war zuvor die Angst vor negativen Reaktionen, doch nun gehe er den "Schritt ins Ungewisse", wie er auf der Vereinshomepage schreibt.

Ein Schritt, den während der aktiven Karriere bislang kaum jemand gegangen ist. Justin Fashanu brachte den Mut 1990 als erster Profi auf, zuletzt outete sich der Australier Josh Cavallo, der Daniels inspiriert habe. Auch er wolle "dieses Vorbild" für andere sein.

"Ich habe mein Leben lang gewusst, dass ich schwul bin", erklärt Daniels. Jetzt sei er bereit für das Coming-Out "und dafür, ich selbst zu sein". In der Vergangenheit konnte er das oftmals nicht. Er habe Freundinnen gehabt, "damit meine Kumpels denken, ich wäre hetero", sagt Daniels im Interview. Aber die Vorstellung, sich bis ans Karriereende verstecken zu müssen - unvorstellbar für den Offensivspieler. Eine zu lange Zeit, "in der ich hätte lügen müssen und nicht das hätte haben können, was ich will".

Unterstützung ist ihm sicher. Der Klub und seine Teamkollegen hätten "überragend" reagiert, seine Familie sei "stolz" und auch die Fifa, die Uefa und zahlreiche englische Topklubs zollten Daniels bereits Respekt. Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der sich nach seiner aktiven Karriere geoutet hatte, lobte den Engländer auf Twitter: "Sehr gut gemacht, Jake Daniels. Habe eine wundervolle Karriere!"

Von möglichen Anfeindungen im Stadion will sich Daniels auf seinem Weg nicht beirren lassen. Er spiele Fußball, lebe sein Leben, verdiene Geld damit: "Also brüllt, was ihr wollt, es wird daran nichts ändern."

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Dass das Coming-out von Josh Cavallo immer noch ein Thema ist, beschreibt im Prinzip das ganze Problem. Der Männerfußball muss dieses Tabu endlich brechen. 

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