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Jahn Regensburg steigt in die zweite Liga auf:Geschichte Talentsichtung

Wegen des Sparkurses konnten zu Saisonbeginn die Verträge mehrerer wichtiger Spieler nicht verlängert werden. Doch Gerber behielt die Ruhe und vertraute seinem Instinkt für verkannte Talente. Er holte kostengünstige Spieler, die als gescheitert galten. Der 22-jährige Alibaz spielte vor drei Jahren in der ersten türkischen Liga, zuletzt aber nur mehr in der sechstklassigen Westfalenliga. In Regensburg blühte Alibaz auf, in beiden Relegationsspielen war er auffälligster Jahn-Spieler.

Karlsruher SC v Jahn Regensburg - 2. Bundesliga Relegation 2012

Nach dem Schlusspfiff jubelten in Karlsruhe die Regensburger - währender einige KSC-Fans über die Stränge schlugen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Ähnlich ist es bei Außenverteidiger Ronny Philp, 23, der in drei Jahren bei Greuther Fürth nie den Sprung ins Profiteam geschafft hatte. Beim Jahn wurde er auf Anhieb Stammspieler und hat gezeigt, dass er selbst für die zweite Liga zu gut sein könnte. In der kommenden Saison wird er wohl in der Bundesliga für den FC Augsburg spielen.

Schweinsteiger zu Bayern II

Im Mittelpunkt der Erfolgsgeschichte steht jedoch Trainer Markus Weinzierl. Er hat es geschafft, dem Team eine erfolgreiche Underdog-Philosophie zu vermitteln: Er setzt auf eine stabile Defensive, der es immer wieder gelingt, nach Balleroberung blitzartig auf Angriff zu schalten.

Dass er wohl ebenfalls nach Augsburg wechselt, bezeichnet SSV-Kapitän Tobias Schweinsteiger, Bruder der Bayern-Größe Bastian, als "großen Verlust". Auch der 30-jährige Torjäger verlässt jedoch nach dem Coup den Klub - er spielt künftig für den FC Bayern II in der Regionalliga.

"Ich fürchte, dass auch andere schon woanders unterschrieben haben und dass diese unglaubliche Mannschaft auseinanderfällt", sagt Manager Gerber. Der SSV geht unter schwierigen Bedingungen in die nächste Saison. Aber das ist man dort ja gewöhnt.

© SZ vom 16.05.2012/jbe
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