SSV Jahn RegensburgMaximale Enttäuschung

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Ist es zu fassen? Regensburgs Trainer Michael Wimmer nimmt die Niederlage zur Kenntnis.
Ist es zu fassen? Regensburgs Trainer Michael Wimmer nimmt die Niederlage zur Kenntnis. (Foto: Daniel Löb/dpa)

Sechs angekündigte Minuten Nachspielzeit hatten die Regensburger noch zu überstehen, daraus wurden zehn: Der Jahn führt im DFB-Pokal lange gegen den 1. FC Köln – und verliert durch zwei ganz späte Treffer.

Von Markus Schäflein

Jahn Regensburg gegen den 1. FC Köln – diese Paarung hat es den sogenannten Losfeen für den DFB-Pokal offenbar angetan. Im Februar 2021 und im Juli 2022 trafen die beiden Klubs bereits aufeinander, es stand in beiden Partien 2:2 nach der regulären Spielzeit, und zweimal siegten die Oberpfälzer 4:3 im Elfmeterschießen. Nun kam es zur dritten Auflage, diesmal allerdings trat der Jahn nach dem Abstieg als Drittligist und somit als noch größerer Außenseiter an. Der Start in die neue Spielklasse war den Oberpfälzern mit nur einem Punkt aus zwei Spielen und zuletzt einem 0:4 zu Hause gegen Duisburg auch noch missglückt. Und auch der Lieblings-Pokalgegner half nicht: Die Regensburger mussten einen maximal enttäuschenden Nachmittag hinnehmen.

Nach langer 1:0-Führung verloren sie durch zwei Gegentreffer, die beide erst tief in der Nachspielzeit fielen (90.+6, 90.+8). „Ich will nicht sagen, dass es uns leidtut, dass wir weiter sind. Wir freuen uns sehr. Aber Fußball ist manchmal hart“, sagte Kölns Trainer Lukas Kwasniok.

Die Partie hatte überaus verhalten begonnen. Erst nach einer knappen halben Stunde wurde es erstmals gefährlich, doch der Kopfball von Isak Johannesson ging knapp vorbei. Nach 37. Minuten hatte auch der Jahn seine erste Gelegenheit, der vom Südwest-Regionalligisten FSV Frankfurt gekommene Mittelstürmer Lucas Hermes setzte sich gegen drei Gegenspieler durch, brachte dann aber nur einen harmlosen Abschluss zustande. Angemessen torlos ging es in die Halbzeitpause, von einem so packenden Verlauf wie bei den vergangenen beiden Treffen war diese Partie ziemlich weit entfernt.

Doch im zweiten Durchgang sollte die Stimmung im Jahnstadion dann doch noch hochkochen: Erst erhöhten die Kölner den Druck und forderten einen Elfmeter, dann schlug der vermeintliche Handspieler auf der anderen Seite mit dem Fuß zu: Benedikt Bauer schlenzte den Ball nach Zuspiel von Christian Kühlwetter sehenswert ins Tor (66.). Bauer, 22, früherer Unterhachinger, war zu dieser Saison vom Zweitligisten Karlsruher SC in die Oberpfalz gewechselt. Die Kölner wussten lange nicht mit diesem Rückstand umzugehen, erst in der Schlussphase und aufgrund der Einwechslung von Said El Mala erhöhten sie den Druck noch einmal. Chancen hatten sie aber nicht.

Sechs angekündigte Minuten Nachspielzeit hatten die Regensburger noch zu überstehen, daraus wurden zehn. Eric Martel traf in der 96. Minute zum 1:1 per Volleyschuss, bei den Kölnern machte sich Erleichterung über die Verlängerung breit – und dann erzielte zwei Minuten später Johannesson nach Kopfballvorlage von Ragnar Ache sogar noch das 1:2. Regensburgs Trainer Michael Wimmer war trotzdem recht stolz. „Das war ein super Auftritt von uns“, sagte er: „Das müssen wir mitnehmen in die Woche. Das darf kein Rückschlag sein! Das Spiel muss uns Energie geben!“

Auch wenn sie diesmal zu Ungunsten des Jahn ausfiel, Dramatik herrschte in diesem Duell einmal mehr. Die Losfeen in der nächsten DFB-Pokal-Saison werden sich wohl wieder um diesen ungewöhnlichen Klassiker bemühen.

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