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Italiens Sieg bei der Fußball-WM:Überall Pirlos

Italiens unangefochtener Alterspräsident war an diesen Abend mithin Andrea Pirlo, 35. Dem wohl einzigen Mensch, der im Trabschritt ein WM-Spiel organisieren kann, konnten die Bedingungen offensichtlich nichts anhaben. Pirlo war dann selbstredend auch der Ausgangspunkt zur italienischen Fernschussführung.

Er verblüffte nach einer guten halbe Stunde die englische Defensive (und wahrscheinlich auch die gesamte Fußballwelt), in dem er den Ball ausnahmsweise mal nicht magnetisch anzog, sondern ihn nach einem effektvollen Annahme-Dummy durch seine Beine zum bereitstehenden Torschützen Claudio Marchisio kullern ließ. Wie man mit seinen Künsten begeistert, indem man sie richtig dosiert, das hat der große Pirlo an dieser Stelle in Vollendung demonstriert.

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Jetzt mussten sich die Engländer also doch mal langsam zum gegnerischen Tor bequemen. Tatsächlich bequemten sie sich sogar ziemlich schnell dorthin. Über die Flügel suchten sie ihr Glück, dort wo keine Pirlos waren. Und drei Minuten nach dem Rückstand hatten sie das Glück dort auch schon gefunden. Wayne Rooney brach über links durch, Sturmspitze Daniel Sturridge drückte dessen Flanke am lebenden Textmarker vorbei, 1:1 (37.). Jetzt war Phase der abtastenden Fernschüsse endgültig vorbei. Jetzt war nämlich Pause.

Kurz nach dem Wechsel versuchten es auch die bis dahin sehr mittellastigen Italiener mal über die Seiten. Und siehe da, auch das klappte prima. Mario Balotelli, sonst der Schrecken aller deutschen Strafräume, musste eine präzise Hereingabe des - neben Pirlo - herausragenden Italieners Antonio Candreva nur noch über die Linie nicken (50).

Danach wurde die Phase der beherzten Flügelläufe leider zunehmend von einer Wadenkrampfphase abgelöst, die bis zum Schlusspfiff dauerte. Die Engländer schlugen noch ein paar Flanken hinters Tor und ein paar Fernschüsse übers Tor. Der große Pirlo setzte als Schlussakkord einen Freistoß gegen das Gebälk. Dann wurde es endgültig Nacht in Manaus. Die Italiener haben ihre ersten Punkte. Und die Engländer haben immerhin gelernt, dass man in Dschungel Fußball spielen kann. Grundsätzlich schon.

Quelle: Opta

Diese Statistiken finden Sie auch schon während des Spiels im WM 2014 Live-Ticker.