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Fußball:Quagliarella in seinem zweiten Frühling

Aber: Ihr gelingen keine Tore, also nicht mehr als nötig. Und manchmal eben auch weniger als nötig. Acht Treffer in neun Spielen, damit kommt man, eingedenk einer soliden Abwehr, vielleicht weiter, aber niemals nach oben. Den Spielern fehlt es, mit Ausnahme der zurzeit verletzten Lorenzo Insigne (SSC Neapel) und Federico Chiesa (AC Florenz), an Instinkt und Kreativität. So sehr, dass Mancini, der gerade die jüngste Squadra seit langem aufbietet, für das Match gegen die sicher nicht hochbegabten Finnen einen alten Fuchs berufen hat.

Fabio Quagliarella, 36, derzeit Kapitän von Sampdoria Genua, gab sein Debüt bei den Azzurri im fernen 2007. Bei der EM 2008 und der WM 2010 war der Angreifer dabei, danach kam nichts mehr. Bis heute. Der Grund für die späte Rückkehr ist, wie könnte es anders sein, Quagliarellas beeindruckende Torquote bei Sampdoria: Seine 19 Treffer aus der Vorsaison hat er schon jetzt verbessert: 21 Ligatore, damit führt Quagliarella die Torjägerliste vor einem gewissen Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) an. Der Mann befindet sich eindeutig in seinem zweiten Frühling, also soll er den Finnen ein wenig einheizen.

Das Durchschnittsalter senken die beiden 19 Jahre alten Moise Kean von Juventus und Nicolo Zaniolo von der Roma. Letzteren hat Mancini entdeckt, er ließ ihn spielen, noch bevor Zaniolo überhaupt sein Erstligadebüt gegeben hatte. Inzwischen hat der temperamentvolle Teenie auch in seinem Klub einen Stammplatz. In der Champions League erzielte Zaniolo unlängst zwei Tore gegen den FC Porto - für das Viertelfinale reichten die dann allerdings nicht. Vielleicht kann er ja jetzt Italien weiter bringen.

Zu den illustren Unbekannten der Azzurri gehört auch der Deutsch-Italiener Vincenzo Grifo, 25, derzeit Leihgabe von der TSG Hoffenheim an den SC Freiburg. Mancini berief ihn erstmals im November und ließ ihn beim Test gegen die USA die zweite Halbzeit spielen. Jetzt ist der Mittelfeldspieler wieder im Aufgebot. "Das Team hat sehr viel Spaß miteinander", verrät Talentsucher Mancini über die Vorbereitung in Florenz, er selbst befindet sich sichtlich in der Rolle seines Lebens. In Udine wartet ein volles Stadion auf die junge Nationalelf und den Veteranen Quagliarella, der hier auch mal für die Udinese gespielt hat. Sie müssen wirklich nur noch gewinnen.

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