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Israelischer Fußballer Dan Mori:In den Emiraten leider nicht willkommen

Er darf nicht in die Emirate: Arnheims israelischer Profi Dan Mori (Mitte)

(Foto: imago sportfotodienst)

"Judenhass" und "fehlendes Rückgrat": In den Niederlanden entzündet sich um den israelischen Fußballprofi Dan Mori eine politsche Debatte. Für das Trainingslager seines Vereins Vitesse Arnheim in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhält er kein Visum - sein Klub reist ohne ihn nach Abu Dhabi.

Geert Wilders gab, wie so oft, den Ton der Debatte vor. "Laf", feige, sei die Reaktion von Vitesse Arnheim, twitterte der niederländische Rechtspopulist. Der Fußball-Erstligist Arnheim war am Sonntag ins Trainingslager in den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeflogen, obwohl der Golfstaat dem israelischen Vitesse-Profi Dan Mori die Einreise verweigert hatte. Das arabische Land erkennt Israel nicht als Staat an. Das Fazit des Politikers Wilders: Vitesse Arnheim akzeptiere den "Judenhass" der Emirate.

Der Islamkritiker ist nicht der einzige in den Niederlanden, dem die Affäre missfällt. Auch der christdemokratische Abgeordnete Peter Omzigt hatte die Vereinsführung scharf kritisiert und Vitesse einen "Klub ohne Rückgrat" genannt. Ähnlich äußerte sich die liberale Regierungspartei VVD.

Und sogar Finanzminister Jeroen Dijsselbloem schaltete sich in einer Talksendung in die Diskussion ein: "Vitesse hätte prinzipiell sagen müssen: Das ist unsere Mannschaft, ihr müsst uns alle akzeptieren - oder wir kommen nicht." Der Sozialdemokrat störte sich außerdem an der seiner Ansicht nach "schwachen" Reaktion des niederländischen Fußballverbands. Der KNVB hatte den Ausschluss Moris als "politische Frage" bezeichnet, aus der man sich heraushalten wolle.

Diese Kritik wiederum mag der Fußball-Verband nicht auf sich sitzen lassen. Es sei vielmehr das Außenministerium gewesen, das dem KNVB geraten habe, zwischen Sport und Politik zu trennen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung. Vitesse Arnheim habe dem Verband zu verstehen gegeben, dass der Verein nicht so viel Aufhebens von der Sache machen wolle, solange das Trainingslager in Abu Dhabi laufe. Dafür habe man Verständnis gezeigt. Nach der Rückkehr des Arnheimer Teams werde man das weitere Vorgehen besprechen. Denkbar sei zum Beispiel ein gemeinsames Protestschreiben an den Fußball-Weltverband Fifa.

Eine Sprecherin von Vitesse hatte den Entschluss, trotz allem nach Abu Dhabi zu fliegen, zuvor verteidigt. Der Verein habe erst am Samstag von der Entscheidung der Emirate erfahren, so kurzfristig habe sich die Reise nicht mehr absagen lassen. "Das hätte die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte gestört." Das Mannschaftsinteresse habe in diesem Fall Vorrang, zumal Testspiele gegen den VfL Wolfsburg (Dienstag) und den Hamburger SV (Freitag) vereinbart sind. "Die zählen auf uns."

Vitesse-Trainer Peter Bosz bedauerte das Fehlen Moris, wollte sich aber an der Diskussion nicht beteiligen: "Ich mache meinen Job, ich bin Fußballtrainer." Mori trainiert derweil in den Niederlanden weiter. Der 25 Jahre alte Verteidiger spielt seit 2012 für Arnheim, er kam in der laufenden Saison beim aktuellen Tabellenzweiten der Eredivisie allerdings nur ein einziges Mal zum Einsatz.

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