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Island vor den Play-Offs gegen Kroatien:In der Fifa-Weltrangliste schon vor Österreich und Polen

Die Ergebnisse der isländischen Jugendnationalteams stützen diese These. 2011 bei der U21-EM in Dänemark stand das Team des ehemaligen Hertha-Profis Eyjölfur Sverrisson kurz vor dem Einzug ins Halbfinale (der hochgelobte deutsche Nachwuchs hatte sich gar nicht erst qualifiziert). Diese Generation bildet inzwischen das Gerüst der jungen A-Nationalelf.

Vor allem in der Offensive kann der schwedische Coach Lars Lagerbäck gar nicht so viele interessante Spieler aufstellen, wie er zur Verfügung hat. Dazu gehören vor allem der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson, der inzwischen bei Tottenham Hotspur für Furore sorgt, der treffsichere Kolbeinn Sigthorsson (Ajax Amsterdam) oder Alfred Finnbogason (SC Heerenveen), der gerade die Torjägerliste der niederländischen Eredivisie anführt.

In nordatlantischen Fußballkreisen wird keineswegs ausgeschlossen, dass man mit diesem Team auch ein Team wie Kroatien schlagen kann, um sich als kleinstes Land der Historie für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Gut 30 000 Leute wollten eines der 12 000 Tickets für das Hinspiel haben, etwa zehn Prozent der Inselbevölkerung.

Sigurvinsson ist, wie sich das für einen Isländer gehört, ein freundlicher Mensch. Zu seiner Art von Freundlichkeit gehört aber auch, zu sagen, was man denkt, auch wenn es sich vielleicht gar nicht so freundlich anhören mag. "Soweit ich Kroatien verfolgt habe, stimmt zurzeit nicht vieles bei denen", sagt er, "die haben 2:0 in Schottland verloren, und die Schotten sind momentan ja auch nicht so gut in Form."

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Die Isländer würden noch nicht so weit gehen, sich als WM-Favorit zu begreifen. Sie wollen allerdings auch nicht mehr als Fußballzwerg wahrgenommen werden. In der Fifa-Weltrangliste (Platz 46) haben sie sich inzwischen an Ländern wie Österreich, Kamerun, Paraguay oder Polen vorbeigeschoben. Obschon Sigurvinsson weiß, dass man dieser Rangliste grundsätzlich nicht über den Weg trauen sollte, findet er, dass sie in diesem Fall die Machtverhältnisse ganz gut zum Ausdruck bringt.

Es ist eine Ironie der Entwicklungsgeschichte, dass sich nun ausgerechnet die Männer vom Eismeer um die Wetterprognosen für Freitag sorgen. Schneestürme sind angesagt. Es gab Zeiten, da galt es als Vorteil, wenn nicht ganz so wetterfeste Teams aus Südeuropa in Island aufs Glatteis geführt wurden. Diese Zeiten sind vorbei. Trainer Lagerbäck wünscht sich jedenfalls gute Platzverhältnisse gegen die Kroaten. Er glaubt, das werde dem technisch besseren Team zu Gute kommen.