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Irlands Nationalmannschaft:Kämpfen ist out

BESTPIX Republic of Ireland v Faroe Islands - FIFA 2014 World Cup Qualifier

Weiterhin der Hauptdarsteller im irischen Team: Stürmer Robbie Keane, 33.

(Foto: Bryn Lennon/Getty)

Sie müssen auf eine Containerladung Glück hoffen: Irlands Team ist in der WM-Qualifikation so gut wie gescheitert, gegen Deutschland hofft es aber noch auf eine winzige Chance. Den irischen Fußball plagt vor allem das Desinteresse der Premier League - Kampfgeist und Laufbereitschaft sind dort nicht mehr gefragt.

"GT" stand auf der Sporttasche von Noel King, als Irlands Interimstrainer am Montag im Trainingszentrum von Malahide erstmals vor die Journalisten trat. Die Ausrüstung und Initialen hat Vorgänger Giovanni Trapattoni hinterlassen, der Italiener war vor einem Monat nach der 0:1-Niederlage gegen Österreich in Wien gefeuert worden.

Für King gab der notorisch klamme irische Fußballverband (FAI) erstmal keinen eigenen Beutel in Auftrag. Der 57-Jährige, der zuvor die U21 trainiert hatte, ist nur so lange im Amt, bis eine Expertenkommission um den ehemaligen Liverpool-Mittefeldspieler und Nationalhelden Ray Houghton einen neuen Cheftrainer empfiehlt. Der Nordire Martin O'Neill wird als aussichtsreichster Kandidat gehandelt.

Bevor der Neubeginn nach dem zuletzt nicht mehr sehr wohl gelittenen Trapattoni-Regime wirklich anfängt, muss King zunächst aber die zwei letzten Spiele der enttäuschenden WM-Qualifikation abwickeln. Die "Boys in Green" haben nur noch eine winzige, hart an der Grenze zur Null notierte mathematische Chance auf den zweiten Platz. Kings Elf muss nicht nur in Köln gegen die DFB-Auswahl gewinnen, sondern auch auf einen Haufen unwahrscheinlicher Ergebnisse in den anderen Partien hoffen, unter anderem auf eine absurd hohe Niederlage der drittplatzierten Österreicher gegen die Faröer.

Eine ganze Containerladung des berühmten luck of the Irish (irisches Glück) wird da kaum ausreichen, auch wenn King sich außerordentlich optimistisch gab. "Wir haben ein Ziel, ein Streben: wir wollen versuchen, das Match (gegen Deutschland) zu gewinnen", sagte er, "es geht hier nicht um Stolz."

King, der als Profi bis auf sieben Spiele für Valenciennes in Frankreich nur in der unterklassigen irischen Liga beschäftigt war, hat es immerhin schon geschafft, das Klima im Lager positiv zu verändern. Er deutete eine Abkehr von Trapattonis starrem, ganz der Defensive verschriebenen 4-4-2-System an und verriet, dass die Spieler die Veränderung voll unterstützten. King wird in Köln eine 4-5-1-Formation aufbieten, die bei Ballbesitz zu einem mutigen 4-3-3 werden soll. Sein Irland soll klug verteidigen, aber eben auch leidenschaftlich kontern. Wichtiger als diese taktische Maßnahme ist jedoch die Rückkehr von Andy Reid (Nottingham Forest), Darron Gibson (FC Everton) und Anthony Stokes (Celtic).