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Fußball:Iran muss über Frauen in Stadien entscheiden

WM 2018 - Marokko - Iran

Iranische Fans bei der WM 2018 in Sankt Petersburg.

(Foto: dpa)

Dem Land droht eine Disqualifikation von der WM 2022, weil der Klerus Frauen den Besuch von Fußballspielen weiter untersagt. Chris Froome erhält nachträglich den Vuelta-Sieg 2011.

Fußball, Iran: Der iranische Fußballverband FFI soll mit einer Aufhebung des fast 40-jährigen Stadionverbots für Frauen im Iran einverstanden sein. Die Forderung von Fifa-Präsident Gianni Infantino, auch Frauen den Stadionbesuch für die Qualifikationsspiele der WM 2022 zu erlauben, sei von FFI-Präsident Mehdi Tadsch ans Sportministerium weitergeleitet worden, wie ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes am Donnerstag bekannt gab. Die finale Entscheidung darüber müsse aber nun von der iranischen Regierung kommen.

Die Fifa-Forderung wird in der iranischen Sportpresse mit großer Sorge verfolgt. Denn falls der Iran die Forderung nicht erfüllt - was mit hoher Wahrscheinlichkeit auch passieren wird - könnte dies zu einer Disqualifikation der iranischen Nationalmannschaft von der WM 2022 in Katar führen. Die Ankündigung von Tadsch, Infantinos Forderung ans Sportministerium geschickt zu haben, ist nicht neu. Zudem haben weder er und der FFI noch das Sportministerium sowie die Regierung die notwendige Autorität, das jahrzehntelange Verbot aufzuheben. Das könnte nur mit Zustimmung des erzkonservativen Klerus geschehen.

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Das Stadionverbot für Frauen ist seit Jahren ein Diskussionsthema im Iran. Doch der einflussreiche Klerus ist der Ansicht, dass islamische Frauen bei den Spielen mit frenetischen männlichen Fans nichts zu suchen hätten. Obwohl auch Präsident Hassan Ruhani gegen das Verbot ist, konnte er sich bis jetzt gegen die geistlichen Führer des Landes nicht durchsetzen. "Auch wir wollen, dass Frauen ins Stadion kommen können, aber gleichzeitig müssen wir uns an die hiesigen islamischen Gesetze und Vorschriften halten", sagte FFI-Vizepräsidentin Lejla Sufisadeh.

Radsport, Vuelta: Dem viermaligen Tour-de-France-Champion Chris Froome ist nun auch offiziell der Sieg bei der Spanien-Rundfahrt 2011 zugesprochen worden. Wie am Donnerstag bekannt wurde, verzichtete der ursprüngliche Gewinner Juan Jose Cobo auf einen Einspruch gegen die Aberkennung seines Gesamtsieges. Der Spanier war vom Radsportweltverband UCI wegen Anomalien in seinem Blutpass nachträglich disqualifiziert worden. Die UCI hatte den 2014 zurückgetretenen Radprofi infolgedessen bis zum 12. Juni 2022 gesperrt. Nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist gegen die Sperre taucht Cobos Name auch in der offiziellen UCI-Ergebnisliste nicht mehr auf. Vuelta-Renndirektor Javier Guillen sagte der spanischen Sporttageszeitung As, dass die UCI-Entscheidung "absolut respektiert" werde.

Mit dem Vuelta-Triumph 2011 hat Froome nun sieben Gesamterfolge bei dreiwöchigen Landesrundfahrten in seiner Bilanz stehen, vier bei der Tour (2013, 2015 bis 2017), einen beim Giro d'Italia (2018) und zwei bei der Vuelta (2011, 2017). Auf Platz zwei und drei der Spanien-Rundfahrt 2011 rücken der Brite Bradley Wiggins und der Niederländer Bauke Mollema vor.

Froome verfolgt die 106. Tour de France nach seinem verheerenden Sturz beim Criterium du Dauphine im Juni zu Hause. Der 34-Jährige war bei der Streckenbesichtigung des dortigen Einzelzeitfahrens schwer zu Fall gekommen, hatte sich mehrere Knochenbrüche zugezogen und zeitweise auf der Intensivstation gelegen. "Besser spät als nie", kommentierte Froome den nachträglichen Vuelta-Sieg auf Twitter.

Radsport, Tour de France: Der australische Radprofi Caleb Ewan hat die elfte Etappe der 106. Tour de France gewonnen. Einen Tag nach dem ersten Ruhetag setzte sich der 25-Jährige vom Team Lotto-Soudal nach 167 km zwischen Albi und Toulouse im Massensprint hauchdünn vor dem Niederländer Dylan Groenewegen (Lotto-Soudal) durch. Für Ewan war es der erste Tour-Tageserfolg überhaupt. Im Gelben Trikot des Gesamtführenden fährt weiterhin der Franzose Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step). Das Maillot jaune geriet auf der weitgehend flachen Etappe nicht in Gefahr.