OlympiaIOC zahlt Prämie an alle Sportler

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IOC-Präsidentin Kirsty Coventry verkündet Reformen.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry verkündet Reformen. Fabrice Coffrini/AFP

Erstmals in der olympischen Geschichte erhalten  Athleten einen individuellen Zuschuss: 10 000 für jeden Teilnehmer. Außerdem hat sich der Modus der Vergabe künftiger Olympischer Spiele verändert.

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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beteiligt erstmals in seiner 132-jährigen Geschichte Sportlerinnen und Sportler direkt an seinen Einnahmen. In der Dauerdebatte um die Entlohnung olympischer Athleten gewährt das IOC künftig jedem Olympiateilnehmer einen Zuschuss von 10 000 Dollar. Bei der Generalversammlung in Lausanne wurde die überraschend vorgestellte Maßnahme beschlossen, das IOC stellt dafür alle vier Jahre einen Fonds im Umfang von 140 Millionen Dollar bereit.

Beantragen können diesen Zuschuss bereits Sportler, die in diesem Jahr an den Winterspielen von Mailand/Cortina d’Ampezzo teilgenommen haben. „Das ist ein Sieg für jeden von uns“, sagte Pau Gasol, der Vorsitzende der IOC-Athletenkommission.

Für das IOC ist dies ein Paradigmenwechsel. Bis vor Kurzem hatte sich IOC-Präsidentin Kirsty Coventry – wie auch ihre sämtlichen Vorgänger – noch gegen direkte Zahlungen an Sportler gewehrt. Die Athleten bekämen doch „schöne Wettkampfstätten, schöne Dörfer und eine schöne Erfahrung“, hatte die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin etwa gesagt – und laute Kritik auch aus Deutschland geerntet. Am Mittwoch erklärte Coventry nun: „Das ist schon seit vielen Jahren ein Gesprächsthema, und ich bin außerordentlich stolz darauf, dass wir dies nun umsetzen können.“

Der individuelle Zuschuss soll die sportliche Laufbahn der Athleten oder den Übergang in die berufliche Karriere nach dem Sport unterstützen. Alle Olympiateilnehmer sind anspruchsberechtigt, sofern sie nicht gegen Anti-Doping-Bestimmungen, den Ethikkodex des IOC oder die Olympische Charta verstoßen haben, stellte das IOC klar; es werde nun „das Antrags- und Auszahlungsverfahren für den Zuschuss ausarbeiten“.

Die Sommerspiele 2036, für die sich auch Deutschland bewerben will, werden erst 2029 vergeben

Die Prämie, die auf Anforderung ausgezahlt werden soll, liegt zwar deutlich unter dem Vorschlag der internationalen Interessenvertretung „Global Athlete“ (25 000 Dollar), dennoch würdigten IOC-Mitglieder wie Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes, sie als „historischen Moment“. Kanuslalom-Olympiasiegerin Jessica Fox nannte die Entscheidung einen „riesigen Meilenstein“.

Außerdem hat das IOC in Lausanne den Modus der Vergabe künftiger Olympischer Spiele verändert. Unter dem neuen Regelwerk sollen die Sommerspiele 2036, für die sich auch Deutschland bewirbt, erst Mitte 2029 vergeben werden.

In Zukunft soll es im Auswahlverfahren eine zusätzliche Prüfphase geben. Zudem bekommen die IOC-Mitglieder bei der finalen Entscheidung über die Gastgeber wieder mehr Mitsprache. Möglich ist, dass der kürzere Zeitraum zwischen Vergabe und Olympia-Eröffnung Bewerber bevorteilt, die wie Deutschland auf viele bereits bestehende Wettkampfstätten setzen und Erfahrungen mit Großveranstaltungen haben.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September auf seiner Sonder-Mitgliederversammlung in Baden-Baden, ob Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum nominiert wird. Der DOSB hat beim IOC offiziell sein Interesse an den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 hinterlegt.

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