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Investor Honda beim SV Horn:Erst zweite Liga, dann Champions League

Vor Beginn der Saison wechselte der SV Horn zudem seinen Trikothersteller: Statt in Puma-Leibchen kicken die Spieler jetzt in Mizuno-Trikots. "Das war ein großer Wunsch unserer Kollegen", sagt Laudon. Mizuno richtete dann auch die Saisonstart-Party beim ersten Heimspiel aus.

Obwohl Horn abgestiegen ist und die Einnahmen geringer sind, konnte der Verein sein Budget des Vorjahres halten. Das liegt neben der Unterstützung der Hondas auch an neuen Geldquellen. "Für den Trikotärmel haben wir jetzt einen Sponsor aus Japan, einen Matratzenerzeuger", sagt Laudon und fügt schmunzelnd an: "Für die dritte Liga zahlt er gut. Ich darf leider nicht mehr dazu sagen."

Das Investment von Honda wird jedoch nicht nur den Fußballverein verändern, sondern den ganzen Ort. Der japanische Nationalspieler plant, für die Nachwuchsspieler, die nach Horn kommen sollen, eine internationale Schule aufzubauen. Die Gespräche mit dem Bürgermeister laufen. Schon bald werden womöglich die ersten Urlauber aus Fernost mit ihren Kameras durch die Innenstadt spazieren. "Ein Ziel ist es, dass wir den japanischen Touristen Horn schmackhaft machen", sagt Honda.

Lässt Honda seine Karriere in Horn ausklingen?

Für Obmann Laudon war schon zu Beginn der Verhandlungen klar: "Drei Dinge bleiben: unser Standort, das Waldviertel in Niederösterreich, die Vereinsfarben Blau-Weiß und der Vereinsname SV Horn." Er hat sich durchgesetzt. Hondas Einstieg wurde im Anschluss einstimmig beschlossen. Auch weil Laudon und seine Kollegen der Meinung waren: "Wenn wir Profifußball spielen wollen, dann müssen wir professioneller werden."

Was besonders der japanische Investor beherzigt, der bei seiner Präsentation schon von Bundesliga und Champions League sprach. Laudon musste da schmunzeln. Der Verein spielte noch nie in der höchsten Liga, geschweige denn in Europas Königsklasse: "Aber über solche Aussagen freuen sich natürlich die Österreicher, wenn man sieht, wie Salzburg Jahr für Jahr an der Qualifikation zur Champions League scheitert."

In dieser Saison peilt er aber erst einmal den Aufstieg in die zweite Liga an. Horn gilt als Favorit, der ärgste Konkurrent dürfte der First Vienna FC sein, der älteste Fußballklub Österreichs. Wenn das Team bis in fünf Jahren tatsächlich zweimal aufgestiegen ist, könnte sich auch ein ganz persönlicher Traum von Rudi Laudon erfüllen. Er fände es schön, wenn Keisuke Honda beim SV Horn seine Karriere ausklingen lassen würde.

© sz.de/sonn/leja
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