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Internationaler Fußball:Kauf mich!

Die WM ist vorbei, der Markt ist eröffnet: Thierry Henry wird ein roter Bulle, Luca Toni zieht's nach Ligurien und ein englischer Klub macht große Shoppingtour. Die wichtigsten Spielerwechsel dieses Fußballsommers im Überblick.

Jonas Beckenkamp

10 Bilder

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Nein, die große Sensation im österreichischen Fußball bleibt vorerst aus - auch wenn es auf dem Bild vielleicht danach aussieht, als würde Thierry Henry zu den roten Bullen nach Salzburg wechseln. Doch der Brausehersteller hat seine Fühler längst über die alpinen Täler hinausgestreckt und investiert nun in ein Profiteam in New York. Von Barcelona geht es für Henry nun also in den Big Apple, wo der einstige HSV-Manager Dietmar Beidersdorfer (li.) die sportlichen Strippen zieht. Henrys, sagen wir, nächster Karriereschritt führt ihn also von den Ersatzbänken der Équipe Tricolore und Barças mitten rein in die US-Operettenliga. Chapeau klingt anders.  

Toni gibt Einstand beim FC Genua

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Mit großen Gesten und dolce vita kennt sich auch Luca Toni bestens aus. Nach einem halben Jahr als Leihspieler beim AS Rom heuerte der Italiener jetzt beim FC Genua an. Weder der FC Bayern noch die Römer wollten den mittlerweile 33-jährigen Torjäger weiterverpflichten - und das, obwohl er immer noch so kameratauglich grinsen kann wie kaum ein anderer Fußballer. Luca Toni an der romantischen Küste Liguriens, das passt wie Linguine mit Pesto.

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Jerome Boateng mag vielleicht kein Romantiker sein wie der ohrenschraubende Luca Toni, aber auch er bekommt zur neuen Saison eine neue Fußballheimat. Stattliche 12,5 Millionen Euro lässt sich Manchester City die Dienste des ehemaligen Hamburgers kosten, damit ist der 21-jährige Nationalspieler in diesem Sommer im internationalen Transfergeschäft mit Abstand der wertvollste Deutsche neben Krake Paul. In Manchester wird Boateng mit Vincent Kompany und Nigel De Jong auf zwei alte Bekannte vom HSV treffen und mit amtlichen Größen wie Carlos Tevez oder Emmanuel Adebayor zusammenspielen - und mit ...

Spain team

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... dem spanischen Weltmeister David Silva, der ebenfalls seine Koffer gepackt hat, um sich Richtung Manchester aufzumachen. Für den wendigen Mittelfeldwusler bezahlte City 32 Millionen Euro an den maroden Klub FC Valencia. In Spaniens Weltmeisterelf war Silva zuletzt nur Einwechselspieler, in Valencia hingegen zauberte der 24-Jährige zumeist im gekonnten Zusammenspiel mit David Villa. Zu bewundern war dies zum Beispiel im Europa-League-Achtelfinale der vergangenen Saison beim 4:4 in Bremen, als die Werder-Abwehr dicke Seemannsknoten in den Beinen zu beklagen hatte.

WM 2010 - Niederlande - Spanien 0:1

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Das Motto "Alles muss raus" scheinen sie sich beim FC Valencia vor lauter Schulden derart zu Herzen genommen zu haben, dass sie mit David Villa auch noch ihren besten Spieler verkauft haben. Für die bisherige Jahres-Rekordsumme von 40 Millionen Euro ließ man den fünfachen WM-Torschützen von der Costa Blanca nach Katalonien ziehen. Die "Villa-Maravilla" findet nun also ihre Fortsetzung an der Seite seiner WM-Spezis Xavi, Iniesta und Puyol. Dass Valencia mit dem serbischen Sturmriesen Nikola Zigic (2,02 m) auch noch seine dritte brauchbare Offensivkraft für sieben Millionen nach Birmingham schickte, setzt dem absurden Ausverkauf die Krone auf.

Dennis Rommedahl

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So sieht der Empfang eines Neuzuganges bei Olympiakos Piräus aus. Für den Dänen Dennis Rommedahl gab's bei seiner Ankunft aus Amsterdam zur Begrüßung ein Autocorso mit bengalischem Feuer und Fankontakt. Womöglich haben die begeisterten Griechen alle das WM-Vorrundenspiel Dänemark gegen Kamerun gesehen, in dem der 31-Jährige wie Danish Dynamite aufgezündet und zwei Tore geschossen hatte. Und womöglich haben die Fans nichts von Rommedahls Torquote in den vergangenen sechs Jahren mitbekommen: Für Charlton Athletic, Ajax  und NEC Nimwegen erkrebste sich der flinke Däne magere 13 Treffer in 150 Spielen - als Stürmer.

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Quelle: afp

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"Wer viel kostet, muss gut sein", ist seit Jahren das Klubcredo bei Real Madrid, und deshalb investierten die "Königlichen" wieder einmal fürstlich in einen neuen Hoffnungsträger. Der Argentinier Ángel Di María überzeugte bei der WM im Mittelfeld von Maradonas Mannschaft, was die Real-Chefs dazu veranlasste, die stattliche Summe von 25 Millionen Euro an Benfica Lissabon zu bezahlen. Im üppig besetzten Mittelfeld von Mourinhos Team darf sich der 22-Jährige nun mit Weltmeister Xabi Alonso, Rafael van der Vaart, Kaká oder Gago um Einsätze streiten. Oder mit den Neuzugängen Pedro Léon (kam für acht Millionen aus Murcia) und Sergio Canales (kam für sechs Millionen aus Santander). Dafür trennte man sich vergangene Saison von Robben und Snejider. "Wer viel kostet, kann woanders noch viel besser sein", möchte man denken.

Gnegneri Toure Yaya, Didier Drogba

Quelle: ag.ap

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Wer dachte, die Einkaufstour von Manchester City wäre mit den Akquirierungen von Boateng und Silva beendet, der hat die Rechnung ohne weitere 30 Millionen gemacht. Die überwiesen die Engländer an den FC Barcelona, um dafür den Ivorer Yaya Touré zu bekommen. Das illustre Mittelfeld der "Citizens" ist damit neben Stephen Ireland, Shaun Wright-Phillips, Gareth Barry, David Silva, Patrick Vieira und Nigel De Jong noch um einen bekannten Namen reicher - in Barcelona brauchen sie hinsichtlich der gefühlten 80% Ballbesitz ohnehin keinen defensiven Mittelfeldspieler wie den langen Schlaks Touré.

Germany's national soccer captain Ballack Bayer Leverkusen coach Heynckes and manager Voeller hold news conference in Leverkusen

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Auch die Bundesliga mischt seit geraumer Zeit wieder mit im Konzert der Transfergroßen. Bayer Leverkusen schnappte sich so Michael Ballack, dessen Vertrag beim FC Chelsea nicht mehr verlängert wurde. Beim Werksklub war der Stern des langjährigen DFB-Kapitäns zu Beginn des Jahrtausends aufgegangen, mit dem damaligen Bundestrainer Rudi Völler (li.) erreichte Ballack bei der WM 2002 das Finale. Heute ist Völler Sportdirektor bei Bayer und damit mitverantwortlich für die Rückholaktion des ehemaligen Chelsea-Stars.

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Bei all den spektakulären Neuverpflichtungen von Manchester City geht der Transfer des Mexikaners Javier Hernández von Deportivo Guadalajara zum Lokalrivalen United fast unter. Zehn Millionen bezahlte der Klub von Trainer Alex Ferguson Ende April für den quirligen Mittelfeldflitzer, den sie in seiner Heimat Chicharito (das Erbschen) nennen. Bei der WM in Südafrika machte der 22-Jährige bereits auf sich aufmerksam, indem er zwei Treffer erzielte und zum schnellsten Spieler des Turniers avancierte. Höchgeschwindigkeit: Speedy-Gonzalez-artige 32,15 Km/h.

© sueddeutsche.de
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