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Fußball in Italien:Immerhin: Einige Stützen sind Inter treu

So kann Inter seine Fußballer häufig nur ausleihen oder ablösefrei verpflichten, wie aktuell beispielsweise Nationalspieler Matteo Politano aus Sassuolo, Angreifer Keita Baldé aus Monaco, Šime Vrsaljko von Atlético Madrid, Kwadwo Asamoah von Juve oder Innenverteidiger Stefan De Vrij von Lazio.

Feste Verpflichtungen gestalten sich aufgrund der FFP-Bestimmungen schwierig - mit Joao Cancelo (Juve) und Rafinha (Barcelona) sind zwei Stützen der vergangenen Saison inzwischen woanders unterwegs. Die Eckpfeiler im Team - und das gilt als Verdienst von Zhang - bleiben Mailand immerhin treu: Abwehrchef Milan Škriniar, Angreifer Ivan Perišić (bekannt aus der Bundesliga) und Kapitän Mauro Icardi sind trotz lukrativer Offerten weiterhin die Helden in Schwarzblau.

Am wichtigsten Transfer arbeitet Zhang bereits seit einer Weile: Giuseppe Marotta, bis vor Kurzem noch als Geschäftsführer beim großen Rivalen Juventus angestellt, hat sich dort mit Präsident Agnelli überworfen und soll noch in diesem Monat bei Inter anheuern. Der Mann mit dem Silberblick gilt als der cleverste Stratege auf dem italienischen Spielermarkt und als der Hauptverantwortliche für die Rückkehr der Turiner an die europäische Spitze.

Diese Volte wäre Steven Zhangs wichtigster Kniff, um die Gunst der Tifosi für das neue Projekt zu gewinnen. Zhang, der in den USA Wirtschaftswissenschaften an renommierten Universitäten studierte und bei der Großbank Morgan Stanley arbeitete, zeigt sich wissbegierig und tauscht sich regelmäßig mit Ex-Präsident Moratti aus. Gerade der ehemalige Klubpatron weiß, wie eng Gunst und Missgunst im Calcio beisammen liegen. Nach Erfolgen wurde er auf Händen durch das Giuseppe-Meazza-Stadion getragen, in Zeiten sportlicher Krisen demonstrierten Hunderte Tifosi vor der Inter-Geschäftsstelle im Herzen Mailands.

Vom 18-maligen Meister erwartet man Trophäen, das ist dem neuen Boss bewusst. Eine persönliche Ehrung hat Zhang aber kürzlich schon mal erhalten: Das US-amerikanische Business-Magazin Fortune zählt ihn zu den 40 einflussreichsten Chinesen unter 40 Jahren.

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