Irgendwann, tief in der zweiten Hälfte dieses für ihn so desaströsen Fußballspiels, konnte man selbst bei Francesco Acerbi die Angst erkennen. Die tiefen Furchen, die das Gesicht des 37-Jährigen zieren, sie waren in dieser Saison zum Ebenbild seines Teams geworden: Alt, aber hartgesotten, kämpferisch, unnachgiebig, so war Inter Mailand in das Finale nach München gelangt. Resilienz war der Trumpf dieser Squadra und keiner repräsentierte das so wie Acerbi. Der älteste Spieler auf dem Platz war er in München, der Chef einer Abwehr, die trotz einer gewissen Wankelmütigkeit zu den besten in Europa zählte, weil sie immer Antworten fand. Bis ihr nun in München, im bedeutendsten Moment der Saison, die Fähigkeit zur Heldentat abhandenkam. Weil erst die Abwehr und dann der Rest der Mannschaft in ihre Einzelteile zerfiel.
Inter im Champions-League-FinaleAngst essen Herz auf
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Erst mit Abpfiff erwacht Mailand aus dem Albtraum dieses Endspiels und findet sich schockiert in einer neuen Realität wieder: Dass die Schmach von München ohne Folgen bleibt, erscheint unwahrscheinlich. Was wird aus Trainer Inzaghi?
