Neue, weit zurückliegende Anschuldigungen setzen Gianni Infantino weiter unter Druck: Der in der Kritik stehende Präsident des Fußball-Weltverbands soll in seiner Zeit als Uefa-Generalsekretär (2009 bis 2016) eine hohe Abfindung für eine enge Mitarbeiterin herausgehandelt haben. Das berichtet der Telegraph. Der europäische Kontinentalverband Uefa bestätigte der Agentur sid auf Nachfrage eine Zahlung.
„Wir sind uns der Vorwürfe bewusst und können bestätigen, dass an die betreffende Person eine Abfindung gezahlt wurde, verbunden mit der Übernahme der Gebühren für einen MBA-Studiengang an einer lokalen Business School“, teilte die Uefa auf Anfrage mit, ohne darauf einzugehen, in welchem Verhältnis die Personen zueinander standen. „Die Zahlung erfolgte im Einklang mit den damals geltenden Bestimmungen für ausscheidende Mitarbeiter.“
Die Bestimmungen seien „seit 2016 verschärft“ worden, hieß es weiter: „Die aktuellen Personalvorschriften – die für alle Uefa-Mitarbeiter unabhängig von ihrer Position gelten – entsprechen denen einer modernen, hochkarätigen Organisation.“
Infantino, 56, soll dem Bericht zufolge im Jahr 2011 für eine Abfindung in sechsstelliger Höhe für die Mitarbeiterin gesorgt haben, zudem seien die Studiengebühren von jährlich rund 52 500 Euro übernommen worden. Zuvor war die Mitarbeiterin laut Telegraph innerhalb der Uefa von einer Verwaltungs- in eine Führungsposition aufgestiegen. Ihr Gehalt sei um rund 30 Prozent auf etwa 160 000 Schweizer Franken (171 000 Euro) angestiegen.
Fifa: Vorwürfe sind „kategorisch unwahr“
„Fifa-Präsident Gianni Infantino weist diese Vorwürfe entschieden zurück, sie sind kategorisch unwahr. Jede Andeutung eines unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften ist diffamierend“, teilte ein Fifa-Sprecher dem Telegraph mit: „Alle unternehmensinternen Maßnahmen in Bezug auf Mitarbeiter, einschließlich etwaiger Abgänge und Abfindungszahlungen, wurden stets von den zuständigen Direktoren in Übereinstimmung mit allen geltenden Vorschriften genehmigt.“
In der Nacht holte die Fifa dann auf der Plattform X zu einem öffentlichen Gegenangriff auf seine Gegner aus. „Immer deutlicher wird, dass einige Akteure gezielt und fortlaufend versuchen, die Fifa und ihren Präsidenten zu schwächen“, teilte der Verband mit. „Wenn Berichte unzutreffend oder irreführend sind, wird die Fifa ihnen unmittelbar und energisch entgegentreten.“ Spekulationen dürften nicht als Tatsachen dargestellt werden.
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Welche Berichte und Akteure gemeint sind, machte die Fifa in ihrer Stellungnahme nicht deutlich. Sie erklärte nur, in der jüngsten Berichterstattung seien unbelegte Behauptungen und nachweislich falsche Aussagen über die Fifa und ihren Präsidenten verbreitet worden. Es gehe jedoch darum, den Verband zu stärken und den Fußball weiter „wirklich global zu machen“. Der Fokus bleibe fest auf diese Aufgabe gerichtet. „Wir sind entschlossener denn je, sie zu erfüllen.“


