Tour de FranceIneos-Affäre weitet sich aus

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Erfolg auf Etappe 14: Der niederländische Etappensieger Thymen Arensman vom Team Ineos jubelt beim Überqueren der Ziellinie.
Erfolg auf Etappe 14: Der niederländische Etappensieger Thymen Arensman vom Team Ineos jubelt beim Überqueren der Ziellinie. (Foto: Mosa'ab Elshamy/AP/dpa)
  • Die Anti-Doping-Instanz des Radsports (ITA) eröffnet ein Verfahren gegen einen Betreuer des britischen Teams Ineos wegen Kontakten zu einem verurteilten Blutdopingring-Chef vor über einem Jahrzehnt.
  • Ineos gibt an, dass die ITA den Betreuer bereits im April informell befragt habe, was nicht so recht zu früheren Aussagen des Teams und der ITA passt.
  • Der Fall wirft somit auch Fragen zur Untersuchung der ITA auf, da laut Ineos belastende Kommunikation schon im April vorlag, die Agentur aber erst jetzt ein Verfahren eröffnet.
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Die Anti-Doping-Instanz des Radsports eröffnet ein Verfahren gegen einen Betreuer des britischen Teams Ineos. Zugleich ergeben sich neue Widersprüche.

Von Johannes Aumüller, Courchevel/La Plagne

Die Affäre um einen umstrittenen Betreuer beim britischen Radteam Ineos weitet sich aus. Nach Angaben der Mannschaft hat die im Radsport für Dopingfragen zuständige International Testing Agency (ITA) ein Verfahren gegen den Mitarbeiter eröffnet. Dieser habe die Tour bereits verlassen, teilte Ineos dem britischen Guardian mit. Anlass sind die ungeklärten Hintergründe rund um den Kontakt des Betreuers zum mittlerweile strafrechtlich verurteilten Chef eines europaweit agierenden Blutdopingrings vor etwas mehr als einem Jahrzehnt. Der Betreuer war schon damals und seitdem durchgehend für das Team Ineos (früher Sky) tätig. Die ARD-Dopingredaktion hatte den Fall kurz vor Beginn der Tour de France aufgedeckt.

Zugleich wird die Lage in dieser Causa immer undurchsichtiger und widersprüchlicher. Laut neuen Angaben von Ineos sei im April ein Mitarbeiter der ITA „informell“ an den Betreuer herangetreten und habe ihn über eine verdächtige frühere Kommunikation befragt. Daraufhin habe sich der Mitarbeiter an das Team Ineos gewandt; auch habe das Team die Angelegenheit von einer externen Anwaltskanzlei prüfen lassen. Das Team betonte, es habe „verantwortungsbewusst“ gehandelt und kooperiere weiter mit der ITA sowie allen anderen Behörden.

Mit Blick auf die ITA ist die neue Entwicklung erstaunlich

Diese Ausführungen passen nicht so recht zur bisherigen Kommunikation von Ineos zu diesem Thema. Vor rund einer Woche hatte das Team mitgeteilt, dass dem Team die Vorwürfe nie von irgendeiner Behörde präsentiert worden seien. Man kenne die mediale Berichterstattung dazu, und man habe die ITA gebeten, alle vorliegenden Informationen zur Verfügung zu stellen.

Und auch mit Blick auf die ITA ist diese neue Entwicklung erstaunlich. Nach der bisherigen Darstellung der Agentur hatte sie Anfang des Jahres 2025 von deutschen Behörden Informationen erhalten und daraufhin eine Untersuchung gestartet. (Der Prozess gegen den Chef des Blutdopingringes sowie gegen seine Helfer lief 2020/21 vor dem Landgericht München.) Die Ergebnisse dieser Untersuchung hätten allerdings nicht dazu gereicht, um einen Fall zu eröffnen. Nun stellt sich nach dem von Ineos neu geschilderten Ablauf die Frage, was genau die ITA in diesen Monaten geprüft und getan hat – und was sie jetzt dazu bewogen hat, den Fall noch einmal zu eröffnen. Belastende Kommunikation lag ihr laut Ineos ja schon im April vor. Die ITA verwies auf Anfrage nur darauf, dass die Untersuchung vertraulich sei und sie deshalb öffentlich nichts dazu sagen könne.

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Von Johannes Aumüller

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