Der Angriff war eigentlich so gut wie vorüber: Lucas' Flankenball war von Mitspieler Hervin Ongendas' Ferse gut zehn Meter in die Luft gesprungen und segelte als recht ungefährliche Bogenlampe in den Strafraum. Wenngleich solche Bälle für Verteidiger und Torwart oft unangenehm zu klären sein können, der versammelten Hintermannschaft des französischen Erstligisten SC Bastia hatten die Zuschauer diese Aufgabe dann doch zugetraut.
Doch für PSG-Angreifer Zlatan Ibrahimovic, der sich zwischen drei gut getarnten Abwehrspielern in Camouflage-Trikots geschlichen hatte, sind solche Bälle keinesfalls unangenehm, schon gar nicht schwierig zu verarbeiten. Der schwedische Sturmtank streckte einfach seine Ferse nach hinten, trat damit kurz gegen den Ball und dem gegnerischen Torwart blieb kaum Zeit für ein kurzes "Oh là là", ehe das Spielgerät zum 1:0 für Paris ins lange Eck segelte. "Aile de Pigeon" nennen die Franzosen diese Form der Ballverarbeitung, der "Flügel einer Taube", und Ibrahimovic hatte gerade ein Lehrstück dazu abgeliefert.
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Großartig überraschen sollten derartige Kunststücke des Schweden aber eigentlich nicht mehr. Sein Fallrückzieher-Tor aus 30 Metern im Länderspiel gegen England, sein Seitwärts-Kung-Fu-Tor gegen Olympique Marseille in der vergangenen Saison oder sein Slalomlauf im Trikot von Ajax Amsterdam gegen NAC Breda - Zlatan Ibrahimovic hatte ausreichend bewiesen, dass er am Ball zu Außergewöhnlichem fähig ist.
Und dennoch vermag er es immer wieder, seine Zuschauer mit solchen Toren zu faszinieren. Vielleicht liegt es auch an der imposanten Erscheinung des 1,95-Meter-Recken, dass seine Zuschauer jedes Mal aufs Neue verblüfft reagieren ob seiner wendigen Akrobatik und seines Gespürs für den Ball. Bei der Partie gegen Bastia legte Ibrahimovic wenige Momente nach seinem Zauberstück einen weiteren Treffer nach und durfte sich nach 45 Minuten über einen vorzeitigen Feierabend freuen. Sein Stellvertreter Edinson Cavani machte mit zwei weiteren Toren den 4:0-Erfolg für Paris Saint-Germain perfekt - über ein Stürmerproblem brauchen sie sich in der französischen Hauptstadt also keine Gedanken machen.

