Hymnenstreit in den USA Niemand hört zu

Ursprung aller Diskussionen: Der inzwischen vereinslose Quarterback Colin Kaepernick (in der Mitte zwischen Eli Harold und Eric Reid) protestiert knieend gegen Ungerechtigkeit in San Francisco.

(Foto: Marcio Jose Sanchez/AP)

Trotz neuer Strafandrohungen gehen die Hymnen-Streiks in der Football-Liga NFL weiter. An einer echten Aufarbeitung der Hintergründe hat allerdings keiner Interesse.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles, Los Angeles

"Und nun zum Sport." So endet ein Zwischenspiel der 90er-Krawall-Rockband Body Count, in dem es um Rassismus, systematische Benachteiligung von Afroamerikanern, Polizeigewalt und den öffentlichen Umgang mit dem oft harten Alltag von Dunkelhäutigen in einem noch immer sehr hellhäutigen Amerika geht. In diesem Interludium, vor einem Lied über von Polizisten getötete Kinder, sagt ein Nachrichtensprecher gelangweilt: "An diesem Wochenende sind 17 Jugendliche bei Morden in Verbindung mit Gangs umgebracht worden. Und nun zum Sport."

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