Seit die Bundesliga gegründet wurde, hat es bereits die absurdesten Geschichten gegeben. Aber diese Geschichte, die in Hamburg möglich gewesen wäre, wäre vielleicht ein wenig drüber gewesen, diese eine Pointe zu viel, und außerdem haben es die Deutschen bekanntlich ohnehin nicht so mit Revolutionen. Und nichts anderes wäre das ja gewesen: Das Proletariat hätte das Königshaus gestürmt, den Monarchen die Roben vom Leib gerissen und die einst heiligen Hallen mit Totenkopf-Symbolen tapeziert. Stadt, Fans und polizeiliche Reiterstaffeln hatten sich bereits auf diese umstürzlerischen Szenen eingestellt. Doch der FC St. Pauli verlor am Freitagabend 0:1 beim einst viel größeren Stadtrivalen HSV, der symbolträchtige Triumphzug durchs Hamburger Volksparkstadion wurde abgeblasen. Ein Sieg hätte für die Kiezkicker den Aufstieg auf verbotenem Territorium bedeutet. Trotzdem bleibt die Gewissheit, dass die Paulianer erstmals eine Saison vor dem HSV abschließen werden. Und in der nächsten dann wahrscheinlich erstmals eine Liga höher spielen.
Hamburger StadtderbyDas Hätte-Wäre-Wenn-Szenario des HSV
Lesezeit: 4 Min.

Nach dem Derbysieg hissen die HSV-Fans dieses Banner - dabei wird der Stadtrivale St. Pauli am Ende der Saison auf jedenfall vor dem Hamburger SV in der Tabelle stehen.
Justus Stegemann/ImagoMit dem 1:0 gegen St. Pauli kann der Hamburger SV immerhin die Schmach abwenden, dass der Stadtrivale im Volksparkstadion den Aufstieg feiert. Vor dem Saisonfinale treibt den Klub die Frage um: Wie geht es weiter mit Sportvorstand Jonas Boldt?
Von Thomas Hürner, Hamburg
