HSV Hamburg gewinnt die Champions League:"Das ist doch Wahnsinn"

FC Barcelona - HSV Hamburg

Das ist der Cup: Hamburgs Igor Vori feiert den Champions-League-Sieg.

(Foto: dpa)

Der HSV Hamburg ist nach einer mäßigen Saison im Final Four der Champions League kaum wiederzuerkennen. Das Team bezwingt erst den THW Kiel, im Finale dann den FC Barcelona - und holt den wichtigsten Titel im Klub-Handball. Das kann mancher Spieler kaum fassen.

Von Ulrich Hartmann, Köln

Der Sirtaki aus den Lautsprechern wurde in den letzten Spielunterbrechungen immer schneller und immer lauter und im selben Maße wuchs die Dramatik in einem denkwürdigen Champions-League-Endspiel. Spannender kann Handball nicht sein als am Sonntagabend in der Kölner Arena. Am Ende gewann der HSV Hamburg mit einem dramatischen 30:29 (25:25, 9:11)-Sieg nach Verlängerung gegen den Rekord-Champion FC Barcelona zum ersten Mal den wichtigsten europäischen Klubwettbewerb gewann.

Um 20.06 Uhr taumelten die Hamburger unter dem tosenden Jubel von knapp 20 000 Zuschauern über das Feld und konnten ihr Glück kaum fassen. "Wir haben eine durchwachsene Saison gespielt und sind heute Abend plötzlich Europas beste Mannschaft - das ist doch Wahnsinn", sagte Pascal Hens.

Seit die Endrunde der Champions League fest in der Kölner Arena ausgetragen wird, haben bei drei von vier Final-Four-Turnieren deutsche Teams triumphiert: zwei Mal Kiel und nun der HSV Hamburg, der nach Magdeburg und Kiel erst als dritter deutscher Klub diesen Wettbewerb gewann. Kein einziger Spieler des HSV hatte zuvor jemals in einem Champions-League-Finale gestanden.

Für den FC Barcelona, der sechs aktuelle spanische Weltmeister im Kader hat, war es derweil die zehnte Endspiel-Teilnahme in diesem Wettbewerb. Doch Statistiken interessierten die wie im Rausch aufspielenden Hamburger an diesem Wochenende nicht. Sechs Jahre nach dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und zwei Jahre nach dem Gewinn der Meisterschaft gelang ihnen in Köln ihr wichtigster Titel seit der Etablierung des Handball-Standorts Hamburg vor elf Jahren.

"Unmenschlich", hatte Martin Heuberger bereits am Samstagabend die Hamburger Leistung beim Halbfinal-Sieg gegen den favorisierten THW Kiel genannt. Was klang wie ein Fall für eine Menschenrechts-Organisation, meinte der deutsche Männer-Bundestrainer als Kompliment dafür, dass den im Saisonverlauf allenfalls mittelmäßigen HSV-Handballern sechs unermüdliche Feldspieler und ein starker Torwart Johannes Bitter genügt hatten, um in der Vorschlussrunde den THW Kiel mit 39:33 niederzuringen.

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