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HSV gewinnt 3:1 gegen Stuttgart:Der doppelte Ruud

Zwei Chancen, zwei Tore: Ruud van Nistelrooy sorgt im Alleingang für den Sieg des HSV gegen Stuttgart. Dem Niederländer genügen 90 Sekunden für die Wende.

Ruud van Nistelrooy und Van Morrison haben eines gemeinsam, den Spitznamen. "Van the Man", so werden sowohl der Stürmer wie auch der Musiker genannt. Spätestens seit Samstagnachmittag ist eine weitere Parallele zwischen den zwei "Vans" offensichtlich. Beide überschreiben ihr Schaffen - auf dem Rasen oder im Studio - mit dem Titel Keep it simple, zu Deutsch: "Mach es einfach." So heißt Morrisons aktuellstes Studioalbum und so feierte van Nistelrooy sein Tordebüt für den Hamburger SV. Er traf ganz einfach - und das gleich zweimal.

Anweisungen umgesetzt: Labbadia ruft, van Nistelrooy trifft.

(Foto: Foto: Getty)

Mit 3:1 (1:0) besiegte der HSV am Samstag den VfB Stuttgart, doch das Ergebnis trat ein wenig zurück hinter der Show des holländischen Fußballkünstlers. Gut, van Nistelrooy hatte bereits gegen Köln in einem Kurzeinsatz sein Debüt in der Bundesliga gefeiert. In Erinnerungen aber bleiben wird der Auftritt des 33-Jährigen gegen Stuttgart. 90 Sekunden und zwei Ballkontakte genügten dem Wintereinkauf, um das Spiel zu entscheiden.

Van Nistelrooy kam in der 65. Minute beim Stand von 1:1 aufs Feld, in der 75. Minute traf er zum 2:1, in der 76. erzielte er das 3:1. Hamburg ist zurück im Rennen um die Champions-League-Plätze. Stuttgart muss die erste Niederlage unter Trainer Christian Gross verdauen. Und Ruud van Nistelrooy hat allen Kritikern bewiesen, dass er trotz seiner zuletzt spärlichen Einsätze für Real Madrid nichts von seinem Torinstinkt verloren hat.

Beide Mannschaften gingen jeweils nur mit einer personellen Änderung in die Partie. Christian Gross beorderte den genesenen Kapitän Matthieu Delpierre zurück in die Innenverteidigung, beim HSV ersetzte Trochowski den angeschlagenen Elia. Während der deutsche Nationalspieler Trochowski dem zuletzt ausgelaugt wirkenden HSV mit seinen Dribblings und waghalsigen Schüssen sichtlich gut tat, hatte die Herreinnahme von Delpierre nicht die besten Auswirkungen auf die Stuttgarter Innenverteidigung. Der Franzose wirkte unsicher, die Absprachen mit Nebenmann Serdar Tasci funktionierten nicht.

Das ging in der Anfangsphase der Partie noch gut. Hamburg hatte zwar mehr vom Spiel, konnte den Ballbesitz und die Unsicherheit des Gegners aber nicht in Tore ummünzen. Nach einer Ecke von Jarolim vergab Rozenahl die erste Chance der Partie per Kopf (17.).

Der VfB berappelte sich zügig und setzte zunehmend die Vorgabe von Christian Gross in die Tat um. Seine Mannschaft müsse "mit voller Wucht" agieren, hatte der Trainer gefordert, und er sah zufrieden, wie der VfB das Tempo erhöhte. Pawel Pogrebnjak (18.) dribbelte durch die Hamburger Hintermannschaft, kam im Strafraum ins Straucheln, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin sah keinen Anlass, in seine Pfeife zu pusten.

Mitten hinein in diese Druckphase der Gastgeber erzielte Hamburg das 1:0. Demel setzte einen 40-Meter-Pass genau in die Schnittstelle zwischen Tasci und Delpierre, die wie die zwei Seiten eines offenen Reisverschlusses nebeneinander herliefen. Marcus Berg flitzte in die Lücke und setzte den Ball in die linke Ecke, Jens Lehmann im Stuttgarter Tor war ohne Chance.

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