Süddeutsche Zeitung

Zweite Liga:Sensation im Saarland

Der Hamburger SV stolpert bei Elversberg, dem kleinsten Klub der Liga. Damit ist auch die Tabellenführung verloren.

Der kleinste Zweitligist SV Elversberg hat dem großen Hamburger SV ein Bein gestellt - und den Tabellenführer gestürzt. Der Aufsteiger aus dem Örtchen Spiesen-Elversberg in Saarland mit seinen etwa 12 700 Einwohnern schlug den Renommierklub aus der Hansestadt hoch verdient 2:1 (1:0) und feierte anschließend den ersten Zweitligaheimsieg seiner Geschichte.

Jannik Rochelt (9. Minute) und Luca Schnellbacher (60.) erzielten die Tore für Elversberg, sie trafen die Hamburger damit ins Mark. Der Favorit kam durch Moritz Heyer kurz vor dem Ende nur noch zum 1:2 (89.). Die Hamburger hatten zwar mehr Ballbesitz, doch die Gastgeber agierten griffiger in den Zweikämpfen und erspielten sich die deutlich besseren Chancen. "Mit vielen einfachen Fehlern haben wir Elversberg immer wieder eingeladen. Das ärgert uns brutal", sagte Kapitän Sebastian Schonlau. Trainer Tim Walter nahm en Rückschlag unterdessen erstaunlich abgeklärt zur Kenntnis: "Diese Niederlage wirft uns nicht aus der Bahn."

Glatzels Treffer findet keine Anerkennung

Vor 10 150 Zuschauern offenbarte der Zweitligagigant vor allem defensive Schwächen und machte sich das Leben mit individuellen Fehlern selbst schwer. Nach zuletzt drei Spielen ohne Gegentor patzte Dennis Hadzikadunic in der Anfangsphase folgenschwer. Vor dem 0:1 verlor der HSV-Verteidiger am eigenen Strafraum leichtfertig den Ball, so dass Rochelt ihn nur noch einzuschieben brauchte. In der Folge avancierte Elversbergs Angreifer endgültig zum Spieler des Spiels. Seine mustergültige Ballhereingabe drückte Schnellbacher nach einem Konter über die Linie. Ein vermeintlicher Treffer Rochelts (44.) wurde wegen Abseits zu recht nicht gegeben, zweimal parierte HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes mit starken Reflexen (45.+3/47.).

Der HSV hatte zweimal Pech, als Treffer von Robert Glatzel (3./Abseits) und Jean-Luc Dompe (18./Foulspiel) jeweils nach Videobeweis die Anerkennung verweigert wurde. Die beherzte Schlussoffensive in den sechs Minuten der Nachspielzeit wurde nicht mehr belohnt. In der fünften Minute der Nachspielzeit hatte der HSV zweimal den Ausgleich auf dem Fuß - mehr nicht.

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