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Homosexualität im Fußball:"Gut gemacht, Junge"

An die Spitze der Gratulanten stellte sich nach dem Coming-Out Antons Vater Glenn Hysén, dessen Name in Schweden meist mit dem Zusatz "Fußballlegende" versehen wird und der auch als Sportkommentator bekannt ist. "Ich bin mächtig stolz. Gut gemacht, Junge!", sagte Papa Hysén im Fernsehen. Er hoffe, dass sein Sohn ein Vorbild für andere sein werde. "Beim Frauenfußball gibt es doch auch offen homosexuelle Spielerinnen - wo ist der Unterschied?", urteilte er. "Wir leben schließlich nicht mehr im 19. Jahrhundert."

Glenn Hysén hatte schon vor ein paar Jahren Schlagzeilen gemacht, als er beim Pride-Festival in Stockholm auftrat und dort vom Fußball mehr Offenheit gegenüber Homosexuellen forderte. "Wie einfach ist es eigentlich für einen 16-Jährigen, seinen Mannschaftskameraden zu sagen, dass er schwul ist?", sagte er damals. Man hielt das für eine rhetorische Frage.

Erst jetzt wurde klar, dass Hysén dabei an seinen eigenen Sohn dachte. "Ich wollte ihm damit zeigen, dass es für mich okay ist", erklärte er nun. Ganz ohne Anfeindungen ging die Sache dann aber auch in Schweden nicht ab: Eine Sportwebseite musste am Donnerstag die Kommentarfunktion unter dem Artikel über Anton Hysén sperren, weil die Kommentare der Nutzer gar zu schwulenfeindlich wurden.

Anton Hysén galt als vielversprechendes Talent, hat aber mit Verletzungen zu kämpfen. Utsiktens BK und die Division2, Schwedens vierte Liga, sollten eine Etappe sein. Zuvor stand er einige Jahre für den Göteborger Verein BK Häcken in der ersten und zweiten Liga auf dem Platz.

Nun rechnet der Mittelfeldspieler selbst damit, dass sein Coming-Out sich negativ auf die Karriere auswirken könnte. "Ja, das glaube ich", sagte er Offside. "Es gibt Leute, die mit Homosexuellen nicht klar kommen." Keine Angst hat der 20-Jährige dagegen vor dem Spott von Mitspielern und gegnerischen Fans: "Die Leute dürfen mich nennen wie sie wollen. Das wird mich nur noch mehr auf Zack bringen."