Nach Verletzungspause bereit für große Taten
Es war ein Spiel gegen Dortmund, in dem alles begann: Am 1. Dezember 2012 riss das Kreuzband in Holger Badstubers rechtem Knie - eine Leidensgeschichte mit fünf Operationen und kleineren und größeren Rückschlägen.
Aber nun fühlt sich der Abwehrspieler des FC Bayern wieder bereit für große Taten - trotz einer kleinen Blessur, die ihn vor dem aktuellen Spiel gegen den BVB plagt. "Aber wenn ich immer nur über das Thema Verletzungen rede, dann bleibt das auch in den Köpfen der Leute", sagte er in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Oster-Ausgabe). "Das ist eben das Bild, das die Leute von mir haben", sagt er, aber jetzt wolle er "das Bild umdrehen".
Der Schmerz der verpasssten Gelegenheiten
Er sei "geerdet worden", sagt Badstuber über die schwere Zeit, die er im Interview noch mal Revue passieren lässt. In seiner Abwesenheit hat der deutsche Fußball ja große Erfolge gefeiert: Der FC Bayern gewann 2013 die Champions League, die Nationalmannschaft wurde 2014 Weltmeister. "Im Ausland" habe er diese Finals angeschaut, sagt Badstuber knapp, den WM-Film "Die Mannschaft" habe er "nicht gesehen".
Der 26-Jährige hat einstweilen seinen eigenen Weg gefunden, mit dem Schmerz der verpassten Gelegenheiten umzugehen: Sie haben ihn so angespornt, dass er seine Kollegen beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft nun zu neuen Titeln antreiben will.
Seine Mitspieler hätten "in den letzten beiden Jahren viel gewonnen", sagt er, "und da kann ich mit meinem zusätzlichen Hunger noch mal einen neuen Prozess anfeuern." Er habe ja "zwei große Mannschaften, mit denen ich noch viel erreichen will", so Badstuber. Und benennt explizit die EM 2016 als "eines dieser Ziele".
Der Verteidiger mahnt zur Konzentration
Badstuber spricht auch über das Spiel des FC Bayern, das sich während seiner Abwesenheit weiterentwickelt habe. Er müsse sich "erst wieder an unser Spiel gewöhnen", sagt er über das neue offensive Verteidigungs-Verständnis von Trainer Pep Guardiola. Es sei "das Schwierigste für einen Verteidiger, wenn er einen großen Raum zu verteidigen hat".
Angesichts dieses riskanten Spielstils mahnt Badstuber auch die Kollegen zu höchster Konzentration: Die Risiko-Abwägung müsse in die Köpfe rein. "Es muss uns immer bewusst sein, dass wir zusammen arbeiten müssen, um kein Gegentor zu bekommen".
