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Hoffenheim - Frankfurt (15:30 Uhr):Problemlöser aus Salzburg

RB Salzburg - RB Leipzig

Spiel er gleich in Hoffenheim eine Rolle? Diadie Samassekou, im November noch im Trikot von RB Salzburg, beim Europa-League-Duell mit RB Leipzig.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Kurz vor dem Bundesligastart verpflichtet die TSG Hoffenheim in Diadie Samassékou noch einen defensiven Mittelfeldspieler. Er soll das Mittelfeld stabilisieren - den Fußballstil der TSG kennt er bereits.

Bis Donnerstagabend war der sogenannte Transfersommer im Salzburger Land relativ parallel zu jenem im Kraichgau verlaufen. Sowohl RB Salzburg, wo das RB nicht für Rasen Ballsport steht, als auch die TSG Hoffenheim, einst dank Finanzförderung von Mäzen Dietmar Hopp in die Bundesliga aufgestiegen, verbrachten ihren Sommer damit, Spieler zu verkaufen und Trainer zu ersetzen. Hoffenheim musste den Abgang von Erfolgstrainer Julian Nagelsmann verkraften und ersetzte ihn mit dem recht unbekannten Alfred Schreuder. Salzburg musste den Erfolgstrainer Marco Rose verabschieden und holte den ebenfalls recht unbekannten Jesse Marsch. Hoffenheim verkaufte Joelinton (Newcastle), Kerem Demirbay, Nadiem Amiri (beide Leverkusen) und Nico Schulz (Dortmund), bei den Salzburgern verließen in Munas Dabbur (Sevilla), Xaver Schlager (Wolfsburg), Hannes Wolf (Leipzig) und Stefan Lainer (Mönchengladbach) ebenfalls vier Stammspieler den Verein. Beide Vereine vereint dadurch auch eine beeindruckend positive Transferbilanz, Salzburg verdiente etwa 73 Millionen Euro, Hoffenheim nahm gar mehr als 110 Millionen an Ablösesummen.

Am Donnerstag fand die Parallelität dann jedoch ein Ende. Hoffenheim gab bekannt, den Salzburger Stammspieler Diadie Samassékou zu verpflichten und bediente sich damit wie schon drei andere Bundesligavereine zuvor beim Champions-League-Teilnehmer aus Österreich. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselt für zwölf Millionen Euro, ist also im Vergleich zu den Hoffenheimer Einnahmen fast schon eine Art Schnäppchen - was auch Sportdirektor Alexander Rosen betonte: "Einen solch hoch veranlagten Spieler mit dieser Power und Spielintelligenz zu diesen Rahmenbedingungen an uns binden zu können, erfüllt uns mit großer Freude und auch einer Portion Stolz".

Samassékou war in den letzten Wochen mit einer ganzen Reihe an Vereinen in Verbindung gebracht worden, unter anderem mit Borussia Dortmund: Ende Juli hieß es nach österreichischen Medienberichten noch, er wechsle für 20 Millionen zum BVB - nun zog er doch das dörfliche Hoffenheim vor, der Entwicklung halber: "Ich habe mich bewusst für diesen Verein entschieden. Hoffenheims Ruf, Talente zu fördern, zu stärken und weiterzuentwickeln, ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt", sagte er bei seiner Vorstellung.

Der 23-Jährige aus Mali hat sich in seinen vier Jahren in Österreich ebenfalls einen Ruf erarbeitet. 2015 hatten die Salzburger ihn aus seiner Heimat Bamako verpflichtet, nach einem Jahr beim Farmteam in Liefering wechselte er zu RB und wurde schnell zum Leistungsträger. Im System von Marco Rose spielte er beim österreichischen Serienmeister den defensiveren Part in einem Dreier-Mittelfeld und ist taktisch hervorragend ausgebildet: Die Rose-Schule mit aggressivem Pressing und variablen Systemen wird so ähnlich auch in Hoffenheim praktiziert. Er sei "ein sehr kompletter Mittelfeldspieler, nicht nur lauf- und zweikampfstark, sondern einer, der auch über eine hervorragende Technik verfügt", sagte Schreuder, dessen Mannschaft am vergangenen Wochenende im Pokal gegen Würzburg gerade in der Defensive noch nicht in Hochform war - Samassékou könnte diese Problematiken möglicherweise beheben.

Beim ersten Bundesligaauftritt der TSG gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag (15:30 Uhr) könnte der Neuzugang bereits zu seinem Debüt kommen, auch wenn Schreuder am Freitag noch keine finalen Aussagen zur Kadernominierung machen wollte. Die Transferplanungen der Kraichgauer könnten sich danach auch noch fortsetzen: Nachdem mit Samassékou eine Schwachstelle im Mittelfeld behoben wurde, bemüht sich Hoffenheim offenbar auch um Stürmer Kasper Dolberg von Ajax Amsterdam, wo Schreuder bis vor kurzem als Co-Trainer arbeitete.