Nur vier Spiele waren an diesem Samstagnachmittag in der Bundesliga angesetzt – und sie alle hatten eine enorme Bedeutung. In zwei Partien ging es vor allem um die internationalen Plätze: der Tabellenfünfte Leverkusen empfing den -neunten Augsburg, der Sechste Hoffenheim hatte es mit dem Zweiten Dortmund zu tun. Ein Duell mit großen Konsequenzen, denn der BVB schaffte es nicht, den Abstand zu Tabellenführer FC Bayern noch einmal kleiner werden zu lassen. Nach der 1:2-Pleite stehen die Münchner praktisch als Meister fest. Außer, der BVB holt in den letzten vier Spielen zwölf Punkte und fast 50 Tore auf. Ein Punkt der Münchner am Sonntag gegen Stuttgart und die Sache ist auch mathematisch entschieden. Alles zum Debüt von Marie-Louise Eta finden Sie hier, alles zum Nordderby hier.
Schlägt Andrej Kramaric wieder gegen seinen Lieblingsgegner zu?
Das kann man getrost mit Ja beantworten, der kroatische Nationalspieler war einmal mehr der entscheidende Mann für die Kraichgauer. Ob er auch in der nächsten Saison für die TSG spielt, ist indes noch nicht geklärt.
Hoffenheim machte von Beginn an den Eindruck, als würden sie den Bayern eine vorzeitige Meisterfeier am Sonntag ermöglichen. Obwohl die Kraichgauer von den vorangegangenen acht Partien nur eine gewinnen konnten, legten sie gegen den BVB los wie die Feuerwehr. Ihnen war klar: Mit der jüngsten Punkteausbeute bleibt die Champions-League-Qualifikation nur ein Traum.
Fisnik Asllani hätte die Gastgeber schon nach wenigen Sekunden in Führung bringen können, doch Dortmunds Verteidiger Niklas Süle konnte klären. Ein paar Minuten später traf Tim Lemperle mit einem Volley-Aufsetzer die Latte und in der 26. Minute bewahrte Gregor Kobel die Borussia mit einem starken Reflex vor dem Rückstand, als er einen Schuss von Andrej Kramaric sehenswert abwehrte. Dabei hatte es zuvor so ausgesehen, als würde der Schweizer Keeper ausgewechselt werden müssen, nachdem ihm Mitspieler Julian Ryerson nach einem Ausrutscher mit den Stollen voraus in den Oberkörper geprallt war.
In Minute 40 wurde es dann richtig bitter für den BVB: Süle rutschte ebenfalls aus und verletzte sich ohne Fremdeinwirkung offenbar schwerer. Als er im Fallen den Arm nach oben streckte, traf ihn dort der Ball, sodass es auch noch Elfmeter für Hoffenheim gab. Kramaric machte die Doppelbestrafung für die Gäste perfekt.
Die zweite Halbzeit dümpelte lange vor sich hin, die Dortmunder unternahmen wenig Anstrengungen, das Match zu drehen. Doch dann fiel Serhou Guirassy am Sechzehner der Ball vor die Füße, Ozan Kabak war nicht ganz am Mann, Guirassys satten Schuss konnte Torwart Oliver Baumann nicht abwehren – 1:1 (87.).
Doch nun kam Hoffenheim noch einmal: Eine Flanke von Prass sprang Ryerson an den Arm. Und auch wenn der Norweger lautstark protestierte, gab es einen weiteren Elfmeter für die TSG. Kramaric, wer sonst, machte den Sieg für Hoffenheim in der 98. Minute perfekt und die Meisterschaft für die Bayern praktisch auch. Er traf in seinem achten Spiel gegen Dortmund bereits zum zehnten und elften Mal – und hat nun 138 Mal in der Liga getroffen, womit er einen gewissen Uwe Seeler in der ewigen Torjägerliste überholt hat.
Legt Bayer Leverkusen eine gelungene Generalprobe für das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern hin?
Das kann man so oder so sehen: Offensiv brannte Bayer ein wahres Feuerwerk ab, verbuchte 35:11 Torschüsse und kam auf fast drei expected Goals. Doch Punkte holte die Hjulmand-Elf keine – am Ende hieß es 1:2 und der Held des Spiels war FCA-Torwart Finn Dahmen.
Augsburg hatte bereits in der Hinrunde einen großen Coup geschafft: In Spiel eins nach der kurzen Ära Sandro Wagner gewannen die Schwaben damals 2:0 gegen Leverkusen und stabilisierten sich in den folgenden Wochen, sodass Manuel Baum, der eigentlich nur einspringen sollte, als Trainer bis Saisonende installiert wurde.
Für das Rückspiel in der BayArena hatte sich Leverkusen offensichtlich viel vorgenommen. Vom Start weg deckten sie den FCA mit Großchancen ein, die dominante Werkself ging folgerichtig in Führung, als Patrik Schick eine Flanke von Edmond Tapsoba per Kopf verwertete (12.). Die Augsburger, bei denen Torjäger Michael Gregoritsch seinen 32. Geburtstag mit Tee und Wärmflasche erkrankt daheim verbringen musste, schlugen aus dem Nichts zurück: Nach einer bereits abgewehrten Ecke holte Fabian Rieder in der zweiten Reihe den Hammer raus und hatte Glück, dass der fulminante Schuss von Loic Badé noch abgefälscht wurde – 1:1 (16.).

Danach begann die große Dahmen-Show. Der Torwart der Augsburger brachte die Leverkusener schier zur Verzweiflung. Unter anderem wehrte er einen Kopfball von Tapsoba sehenswert ab (30.), parierte gegen Nathan Tella und Schick innerhalb weniger Sekunden (45.+2). Nach dem Wechsel blockte er einen Tella-Schuss mit dem Gesicht (56.) und hielt überragend gegen Ibrahim Maza (70.) und abermals Tapsoba (73.). Den Rest setzte Leverkusen vorbei und einmal half der VAR: Einen Handelfmeter für Bayer 04 nahmen die Unparteiischen zurück (86.).
Dafür gab es in der Schlussminute einen Strafstoß auf der Gegenseite: Der 18-jährige Montrell Culbreath stellte Uchenna Ogundu ein Bein, den fälligen Elfer verwandelte Rieder zu seinem zweiten Tagestreffer. Manuel Baum wusste gar nicht, wohin mit seinen Emotionen. Der FCA dürfte damit aller Abstiegssorgen ledig sein.


